HamburgNach der Eröffnung des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg sind nun Pläne für ein neues Großprojekt im Gespräch: Der Bau eines drei Milliarden Euro teuren Bahntunnels in Hamburg. 

Mit täglich mehr als 500.000 Besuchern ist der Hamburger Hauptbahnhof der mit Abstand meistfrequentierte Fernbahnhof Deutschlands – und ist seit Jahren chronisch überlastet. Um den Verkehr zu entzerren, hat der Bund nun eine Machbarkeitsstudie für einen weiteren S-Bahn-Tunnel vorgelegt.

Den Planungen zufolge soll der 5,4 Kilometer lange Tunnel teilweise unter der Außenalster vom Hauptbahnhof zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich führen. Damit würden im Hauptbahnhof von der S-Bahn genutzte Gleise für den Fernverkehr frei. Hintergrund der Tunnelplanung sind auch die Pläne der Bundesregierung, die Zahl der Passagiere im Nah- und Fernverkehr der Bahn zu verdoppeln und den Marktanteil des Güterverkehrs auf der Schiene auf 25 Prozent zu steigern.

„Wenn wir Mitte der 30er fahren, ist das ehrgeizig, aber machbar“, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), am Donnerstag in Hamburg. Der Bund würde nach seinen Angaben einen großen Teil der Kosten übernehmen.

In Hamburg wird allerdings das Vorgehen des Bundes kritisch gesehen: Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sagte, was von den Ideen machbar sei, müsse jetzt erörtert werden. Er zählte dazu unter anderem die Finanzierung, die Streckenführung und den Denkmalschutz. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, Gerrit Fuß, betonte mit Blick auf den vorgeschlagenen Tunnel durch die Innenstadt: „Hier kann seitens des Bundesverkehrsministeriums keine Vorfestlegung ohne Beteiligung Hamburgs stattfinden.“