Berlin - Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen eine mutmaßliche Rechtsextreme erhoben, die einen Brandanschlag geplant haben soll. Der Deutschen Susanne G. werde die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, teilte die Behörde mit. Weitere Vorwürfe seien die Bedrohung mit einem Verbrechen, die Störung des öffentlichen Friedens durch die Androhung von Straftaten und Verstöße gegen das Waffengesetz.

G. soll den Brandanschlag spätestens ab Ende Mai 2020 vorbereitet haben. Laut Anklageschrift besorgte sie sich im Internet Informationen zum Umgang mit Sprengstoffen, zudem Material für den Bau von Brandsätzen. Im Sommer 2020 spähte sie den Angaben zufolge Polizeibeamte und einen Mandatsträger aus Franken als mögliche Anschlagsopfer aus und kundschaftete ihre Wohnungen und Autos aus. Zudem soll G. sechs anonyme Drohbriefe an diesen und einen anderen Mandatsträger sowie an einen muslimischen Verein und einen in der Flüchtlingshilfe aktiven anderen Verein geschickt haben, in denen sie die Empfänger mit dem Tod bedrohte.

Fünf der Briefe lag eine scharfe Pistolenpatrone bei. Laut der offiziellen Mitteilung wurde G. im September festgenommen und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen seien ursprünglich bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth und der Generalstaatsanwaltschaft München geführt worden, hieß es. Die Bundesanwaltschaft habe sie dann im Oktober an sich gezogen. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts München muss über die Zulassung der Anklage entscheiden.