Bundesjustizminister Marco Buschmann will alle Corona-Maßnahmen abschaffen

Nachdem Star-Virologe Christian Drosten die Pandemie für beendet erklärt hat, reagiert der Justizminister prompt. Auch Hendrik Streeck hat im November selbiges gefordert.

Menschen mit Maske in einer Berliner U-Bahn.
Menschen mit Maske in einer Berliner U-Bahn.Berliner Zeitung/Markus Wächter

Bundesjustizminister Marco Buschmann hat nach Äußerungen des Virologen Christian Drosten über ein Ende der Corona-Pandemie für ein Auslaufen aller Schutzmaßnahmen plädiert. „Christian #Drosten gehörte in der #Pandemie zu den vorsichtigsten Wissenschaftlern“, schrieb der FDP-Politiker am Montag auf Twitter. „Nun lautet sein Befund: Die Pandemie ist vorbei. Wir sind im endemischen Zustand. Als politische Konsequenz sollten wir die letzten #Corona-Schutzmaßnahmen beenden“, forderte Buschmann.

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch teilte auf Twitter einen Bericht zu dem Interview mit Drosten und überschrieb dies mit „Weihnachtsbotschaft vom #Papst“.

Drosten: „Pandemischer Zustand ist überwunden“

Drosten, Leiter der Virologie an der Berliner Universitätsklinik Charité, hatte dem Tagesspiegel gesagt, Deutschland erlebe in diesem Winter die erste endemische Welle mit Sars-CoV-2, „nach meiner Einschätzung ist damit die Pandemie vorbei“. Die Auffassung, dass der pandemische Zustand überwunden ist, teilen inzwischen mehrere Experten in Deutschland. In den Bundesländern, die Corona-Schutzmaßnahmen wie Isolationspflicht und Maskenregeln im öffentlichen Nahverkehr selbst festlegen, gelten derzeit noch unterschiedliche Auflagen zur Pandemiebekämpfung.

Der Virologe Hendrik Streeck fordert schon länger ein Ende aller Pflichtmaßnahmen

Im November diesen Jahres hat der Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck in einem exklusiven Interview der Berliner Zeitung ein Ende aller Corona-Maßnahmen gefordert. Die Voraussetzung – eine Immunisierung der Bevölkerung – ist gegeben und dadurch „sind wir an einem Punkt, wo wir diesem Virus mutiger und selbstbewusster entgegentreten können“, so Hendrik Streeck. 

Auch die Quarantänepflicht sieht Streeck als „zahnlosen Tiger“ und empfiehlt: „Daher sollte man darüber diskutieren, dass man die Isolationspflicht zu einem Isolationsgebot aufweicht. Wer sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben. Wer ohne Symptome positiv getestet wurde, kann zum Beispiel mit FFP2-Maske arbeiten. Das wäre pragmatisch.“

Streeck findet, dass die Bürger in die Eigenverantwortung entlassen werden können und ist sich sicher, dass: „Der Bürger weiß, wie er mit Corona umgehen soll.“