Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist nach Informationen des ZDF bereits auf dem Weg in die Ukraine. Gemeinsam mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Italiens Premier Mario Draghi soll Scholz am Donnerstag in der ukrainischen Hauptstadt eintreffen.

Für Scholz könnte eine Kiew-Reise eine unangenehme Dauerdebatte eindämmen, da seine Regierung nicht nur wegen verzögerter Waffenlieferungen in die Ukraine erheblich in die Kritik geraten ist, sondern auch wegen des von manchen als Affront empfundenen Abwartens bei seinem Besuch in der Ukraine.

Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wegen seines früher dezidiert Moskau-freundlichen Kurses ausgeladen worden war, hatte einen Besuch von Scholz in Kiew zunächst verhindert. Nach langen Querelen konnten die Irritationen beigelegt werden. Aus Deutschland waren seither fünf Regierungsmitglieder in der Ukraine, darunter Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).

Unterdessen hat Selenskyj die Einladungen zu den Gipfeln von G7 und Nato Ende Juni angenommen. Das schrieb Selenskyj am Mittwoch auf Twitter. Zur Gruppe der sieben führenden westlichen Industrienationen habe Olaf Scholz ihn eingeladen. Die Einladung zur Nato komme von Generalsekretär Jens Stoltenberg. (mit dpa)