BerlinDie Unionsländer dringen nach einem Medienbericht auf eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen bis mindestens Weihnachten. Das berichtete die „Bild“-Zeitung am Samstagabend aus einer Vorbesprechung der unionsgeführten Bundesländer vor dem anstehenden Bund-Länder-Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am kommenden Mittwoch. Einigkeit bestand demnach aber darüber, dass Kontaktbeschränkungen zumindest über die Weihnachtsfeiertage gelockert werden sollten, damit Menschen ohne Familie das Fest mit Freunden feiern können.

Generell wollen die Unionsländer demnach solchen Regionen Abweichungen erlauben, die wenig von der Pandemie betroffen sind. So sollen Länder und Landkreise mit weniger als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (Inzidenzwert) die Möglichkeit bekommen, die Corona-Maßnahmen auszusetzen („Opt-Out-Regelung“). Davon könnten nach dem Stand von Samstagabend nur Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie rund zwei Dutzend Landkreise profitieren.

Die Unionsländer sind sich dem Bericht zufolge einig, dass Schulen im Prinzip offen bleiben sollen. Aber in Corona-Hotspots mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert über 200 soll es ab der 7. Klasse Wechselunterricht geben. Die Klassen würden also halbiert und abwechselnd in Präsenz oder Distanz unterrichtet. Eine Maskenpflicht für Grundschüler auf dem Schulgelände wird zustimmend gesehen, aber nicht für den Unterricht.

Der Einzel- und Großhandel soll weiter geöffnet bleiben. Verkaufsoffene Adventssonntage sehen die Unionsländer dem Bericht zufolge jedoch äußerst skeptisch.

Nicht einigen konnten sich die beteiligten Staatskanzleichefs laut „Bild“ über die sogenannte Ein-Freund-Empfehlung, der zufolge angeraten, wenn auch nicht festgelegt ist, dass Hausstände sich nur mit ein und demselben anderen Hausstand treffen sollen – und Kinder nur noch mit ein und demselben Freund.

Auch in der Frage, ob touristische Übernachtungen über Weihnachten doch ermöglicht werden sollten, damit sich die Menschen bei Familienbesuchen nicht nur in Privatwohnungen aufhalten dürfen, blieb den Informationen zufolge strittig.