Netzagentur: Bürger sollen jetzt Gas sparen – sonst droht Mangel im Winter

Bundesnetzagentur: Der Gasverbrauch der deutschen Haushalte steigt im Moment zu stark an. Um einen Energie-Mangel im Winter zu vermeiden, muss dringend gespart werden.

Ein Gaszähler in einem Privathaushalt. In der vergangenen Woche stieg der Gasverbrauch der Deutschen zu stark an.
Ein Gaszähler in einem Privathaushalt. In der vergangenen Woche stieg der Gasverbrauch der Deutschen zu stark an.Imago/MiS

Die Bundesnetzagentur hat am Donnerstag erstmals Zahlen zum wöchentlichen Gasverbrauch in Deutschland veröffentlicht. Laut einer Pressemitteilung lag der Verbrauch von Haushalten und Gewerbe in der letzten Woche „deutlich über dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre“. Künftig will die Bundesnetzagentur wöchentlich Zahlen zum Gasverbrauch veröffentlichen. 

Die Ergebnisse der aktuellen Zahlen sind ernüchternd: „Ohne erhebliche Einsparungen auch im privaten Bereich wird es schwer, eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden,“ heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Bundesnetzagentur: Gas muss dringend eingespart werden

In der vergangenen Woche lag der durchschnittliche Verbrauch bei 483 Gigawattstunden die Woche. Der durchschnittliche Wert von 2018 bis 2021 lag bei gerade einmal 422 GWh/Woche. Laut Bundesnetzagentur ist ein Rückgang des Verbrauchs um mindestens 20 Prozent nötig, um einen Mangel zu vermeiden. 

Die privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden sind laut Bundesnetzagentur in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich. Die privaten Verbraucher trugen bisher wenig zum sinkenden Gasverbrauch bei. Das liegt jedoch daran, dass Gas hier vorwiegend zum Heizen verwendet wird. Wie viel Gas tatsächlich eingespart wird, wird sich daher erst in der gerade beginnenden Heizperiode zeigen.

Drei Voraussetzungen müssten laut Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, erfüllt werden, um gut durch den Winter zu kommen. „Erstens müssen die angestoßenen Projekte zur Erhöhung der Gasimporte realisiert werden. Zweitens muss die Gasversorgung in unseren Nachbarländern ebenfalls stabil bleiben. Und drittens muss Gas eingespart werden, auch wenn es zum Winter hin noch kälter wird. Da wird es auf jeden Einzelnen ankommen“. „Wir brauchen nachhaltige Sparanstrengungen“, so Müller.