Berlin - Ob per Flugzeug, Auto oder Bahn: Wer aus dem Urlaub nach Deutschland einreist, für den gilt eine Testpflicht. Ausnahmen soll es nur für Geimpfte und Genesene geben. Sobald wie möglich soll die bundesweit einheitliche Testpflicht eingeführt werden, sagt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der Franke weiter: „Je schneller, desto besser. “ Wer die Reiserückkehrer und die Einhaltung der Testpflicht überprüfen soll, ist nicht bekannt. Die Bundespolizei erklärt nun vorsorglich: Wir nicht! 

Andreas Roßkopf, GdP-Vorsitzender für die Bundespolizei, sagte am Mittwoch in Berlin: „Wenn das so beschlossen wird, wäre das für uns als Bundespolizei eine prekäre Situation, die allein personell nicht leistbar ist.“ Die Bundespolizei sei „für diese Art des Grenzschutzes nicht mal ansatzweise ausgelegt.“

Der Gewerkschafter sagte weiter, dass Deutschland Landesgrenzen von rund 3800 Kilometer habe. Diese ließen sich „selbstverständlich nicht flächendeckend kontrollieren.“ Ein weiteres Hindernis: Im Schengen-Raum gebe es keine stationären Grenzkontrollstellen mehr. Grenzschutz ist Roßkopf zufolge zwar Kernaufgabe der Bundespolizei, für die Kontrolle der Testpflicht sind jedoch die Gesundheitsämter und die Landespolizeien zuständig.

Die Bundespolizei könne hier „nur im Zuge der Amtshilfe unterstützen, so wie sie es beispielsweise im vergangenen Jahr an der polnischen und tschechischen Grenze getan hat.“  Allerdings gehe es der Politik auch wohl gar nicht um flächendeckende Kontrollen, sondern vielmehr um einen „psychologischen Effekt“, vermutet Roßkopf. Wenn die Gefahr bestehe, bei einer Stichprobenkontrolle erwischt zu werden, machten vielleicht mehr Menschen einen Test. Oder ließen sich „gleich im Vorfeld einer Reise impfen.“