Berlin - Der Verein der Bundespressekonferenz hat den umstrittenen Journalisten und Blogger Boris Reitschuster als Mitglied ausgeschlossen. Er darf als Gast weiterhin an Pressekonferenzen beispielsweise mit Bundesministern teilnehmen, hat aber kein Fragerecht mehr. Bei der Bundespressekonferenz handelt es sich nicht um eine staatliche Organisation, sondern um einen Zusammenschluss von Parlamentskorrespondenten. Der Verein, der nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde, hat derzeit etwa 900 Mitglieder und dient Reportern dazu, schnell an Informationen zu gelangen.

Boris Reitschuster war viele Jahre Focus-Korrespondent in Moskau und hat mehrere Bücher über Russland verfasst. Später startete er einen Blog, in dem er sich kritisch und oft polemisch mit den Corona-Maßnahmen in Deutschland beschäftigt. In der „Querdenker“-Szene konnte sich Reitschuster so eine Anhängerschaft aufbauen. Grund für den Ausschluss aus der Bundespressekonferenz ist aber ein anderer Sachverhalt.

Mitglieder müssen für in Deutschland ansässige Medien arbeiten

Das Problem besteht darin, dass sich der Firmensitz von Reitschusters Blog laut Impressum in Montenegro befindet. Der Bundespressekonferenz können aber nur Journalisten in Deutschland ansässiger Medien angehören. Mehrfach habe ihn die Bundespressekonferenz bereits darauf hingewiesen, wie der Verein selbst auf Twitter mitteilt. Kurzzeitig wurde das Impressum von Reitschusters Blog auch geändert. Nun steht dort aber wieder: Herceg Novi. Das ist eine Stadt im Westen Montenegros.

Reitschuster ist verärgert: Er spricht auf Twitter – mit Fragezeichen – von „Säuberung“. Gegen den Ausschluss laufe bereits eine Petition im Netz.