WienDie in Österreich gestarteten Corona-Massentests sorgen für Kritik. Medienberichten zufolge soll sich beispielsweise der Beraterstab des Gesundheitsministeriums zu großen Teilen gegen die Maßnahme ausgesprochen haben. Zudem seien die Pläne improvisiert und die nötige Infrastruktur nicht in ausreichender Weise gegeben gewesen, hieß es.

Den Anfang machte am Dienstag die Salzburger Gemeinde Annaberg-Lungötz. Am Freitag kamen weitere Teststraßen in Wien, Tirol und Vorarlberg hinzu. Um die bundesweite Massentestung in dem 8,9-Millionen-Einwohner-Land durchzuführen, wurden insgesamt zehn Millionen Testkits bestellt. Die Planung und Durchführung der Tests gestaltet sich in den unterschiedlichen Bundesländern verschieden.

Wie der ORF berichtete, gab es bereits in den ersten Tagen Probleme mit der vom Bund bereitgestellten Software. Auch das Anmeldesystem sorgte für Fehler. Demnach seien Lehrer bereits am Freitag an den Teststationen erschienen, obwohl deren Termin eigentlich erst für Samstag angesetzt war, hieß es. Linz setzt nun auf ein eigenes Programm, während die Regierung an einer Erweiterung des bundesweiten System arbeitet. 

Deutschland hingegen geht einen anderen Weg: Bund und Länder stützen sich bei ihrer Test-Strategie auf eine „sehr ausdifferenzierte Empfehlung“ des Robert-Koch-Instituts, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

Diese sehe vor, dass man gezielt teste und nicht in der Fläche. Virologen und andere Experten hätten der Bundesregierung versichert, dass Massentests wenig Aussagekraft hätten. Es sei besser, „immer dort hinzugehen, wo Infektionsfälle auftreten“.