Die für den Sommer geplanten Neun-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen in ganz Deutschland haben die nächste Hürde genommen. Der Verkehrsausschuss des Bundestags billigte am Dienstag den Entwurf der Ampelkoalition zur Finanzierung der Sonderaktion.

Vorgesehen sind demnach weiterhin 2,5 Milliarden Euro vom Bund zum Ausgleich von Einnahmeausfällen durch das Billigticket, wie der Pressedienst des Bundestags mitteilte. Weitere 1,2 Milliarden Euro will der Bund für den Ausgleich von Verlusten bei Verkehrsanbietern wegen der Corona-Krise bereitstellen, in der Fahrgäste ausblieben.

Der Bundestag soll das Gesetz an diesem Donnerstag beschließen, am Freitag muss abschließend der Bundesrat zustimmen. Die Länder hatten gefordert, dass der Bund die Regionalisierungsmittel stärker erhöht, mit denen sie und die Verbünde Verkehrsleistungen bei Anbietern bestellen. Einige Länder hatten mit Ablehnung im Bundesrat gedroht.

Neun-Euro-Ticket: Bundesweit Fahrten im Nah- und Regioverkehr

SPD-Fraktionsvize Detlef Müller rief die Länder zur Zustimmung auf. „Dann kann der Ticketverkauf schon am Montag starten“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er wisse, dass die Länder strukturell mehr Mittel für den öffentlichen Personennahverkehr bräuchten. „Aber es ist nicht klug, jetzt an dieser Stelle mit taktischen Spielchen bis zuletzt ein Scheitern des Tickets zu riskieren.“ Müller dankte den Verkehrsverbünden, die „in Windeseile so ein Mega-Projekt auf den Weg bringen“. Die vielen kommunalen Verkehrsunternehmen hätten enorme Anstrengungen unternommen, die jetzt auch belohnt werden müssten.

Die Sondertickets sollen im Juni, Juli und August bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr ermöglichen – für jeweils neun Euro im Monat, also viel günstiger als normale Monatskarten. Dies ist Teil des Entlastungspakets der Koalition wegen der hohen Energiepreise. Zugleich soll es eine Schnupperaktion sein, um mehr Fahrgäste anzulocken und zum Umsteigen vom Auto zu ermuntern.