Berlin - Die FDP würde laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung gern die Sitzordnung im Bundestag verändern. Grund sind die nervigen Nachbarn von der AfD, deren nicht selten diffamierenden Kommentaren die Liberalen ausgesetzt sind. FDP-Politiker Marco Buschmann etwa wurde von der AfD-Abgeordneten Beatrix von Storch schon mal als Terrorist beschimpft. Es sei schwer, diese und andere Sprüche zu ertragen, sagt Buschmann. 

Die Liberalen schlugen der Union daher vor, mit ihr zu tauschen. Aktuell sitzt die AfD im Bundestag ganz rechts außen, daneben die FDP, dann folgen Union, Grüne, SPD und Linke. Die FDP würde also gern in die Mitte rücken, aber die Union macht offenbar nicht mit beim Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Michael Grosse-Brömer, beruft sich auf die Tradition der Sitzordnung: Sie habe sich in dieser Form bewährt und solle beibehalten werden. 

Kein neuer Sitzplan: Liberale scheitern am Vorältestenrat 

Aktuell ist die FDP jedenfalls mit ihrem Änderungswunsch am Vorältestenrat gescheitert: Wolfgang Schäuble und Co. konnten sich nicht auf einen neuen Sitzplan einigen. Aus Parteikreisen heißt es wohl, dass die Diskussion spätestens dann neu entfacht werde, wenn die FDP gemeinsam mit den Grünen und der SPD in eine Ampelkoalition treten sollte: Sobald der neue Bundestag die Arbeit aufgenommen hat, darf er auch eine andere Sitzordnung beschließen. 

Das Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel im Bundestag – oder besser seine Versuche – haben Tradition: Schon 2017 hatte die FDP erfolglos einen Umzugsantrag gestellt. Und als die Grünen 1983 in den Bundestag einzogen, wollte die Union sie an den linken Rand verbannen. Die Grünen wehrten sich, mit Erfolg: Seither sitzen sie in der Mitte des Parlaments.