BerlinAngesichts des starken Anstiegs der Corona- Infektionszahlen ist im  Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nun doch Hilfe von Bundeswehr-Soldaten willkommen. Der Krisenstab des Bezirksamtes habe entschieden, für Corona-Testungen künftig auf medizinisches Personal der Bundeswehr zurückzugreifen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Der Bedarf sei der Berliner Senatsgesundheitsverwaltung gemeldet worden.

Das grün-linksalternativ geprägte Friedrichshain-Kreuzberg hatte seit Wochen als einziger von zwölf Berliner Bezirken keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zugelassen - obwohl die Infektionszahlen dort hoch sind. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) hatten dies ebenso kritisiert wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Zuletzt verzeichnete Friedrichshain-Kreuzberg die höchsten Infektionszahlen aller Berliner Bezirke. Die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag am Samstag bei 278,3 und damit weit jenseits des kritischen Schwellenwerts von 50. Für ganz Berlin wurde am Samstag ein Sieben-Tage-Wert von 163,9 ermittelt. Angesichts des zunehmenden Infektionsgeschehens helfen in Berlin schon länger Bundeswehr-Soldaten, nicht zuletzt bei der Kontaktnachverfolgung.