Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) richtet zum 1. Oktober dieses Jahres das sogenannte Territoriale Führungskommando der Bundeswehr ein. Der russische Einmarsch in die Ukraine habe die Notwendigkeit unterstrichen, die Führungsorganisation der Streitkräfte verstärkt auf die Anforderungen der Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Montag mit.

„Bislang waren die territorialen Führungsaufgaben über viele Bereiche verteilt. Zum 1. Oktober 2022 werden wir sie in einem ‚Territorialen Führungskommando der Bundeswehr‘ in Berlin bündeln“, so Ministerin Lambrecht. Und weiter: „Mit dem neuen Kommando können wir über die rein militärischen Aufgaben hinaus sehr schnell die nötigen Kräfte für einen nationalen Krisenstab bereitstellen, wenn das notwendig ist – etwa im Falle von Hochwasserkatastrophen oder wie in der Covid-Pandemie.“

Carsten Breuer: Vom Corona-Krisenmanager zum Territorialen Befehlshaber

Leiter des Aufbaustabes und erster Befehlshaber soll nach dpa-Informationen Generalmajor Carsten Breuer werden, der zuletzt auch den Corona-Krisenstab im Kanzleramt leitete. Der neue Befehlshaber des Kommandos wird künftig auch Nationaler Territorialer Befehlshaber sein.

Das neue Führungskommando soll von April kommenden Jahres an einsatzbereit sein. Es wird wesentliche Aufgaben bei der Führung der Streitkräfte in Deutschland übernehmen, während das Einsatzführungskommando in Schwielowsee bei Potsdam die Auslandseinsätze führt. Die Bundeswehr wird dann zwei Führungskommandos für unterschiedliche Aufgaben haben. (mit dpa)