Das Bundesverteidigungsministerium plant nach einem Medienbericht den Kauf des Rostocker Standorts der insolventen MV-Werften. Dies gehe aus einem vertraulichen Schreiben des Abteilungsleiters Rüstung hervor, berichtete der Spiegel am Mittwoch. Mit der Insolvenz der MV-Werften biete sich der Bundeswehr „die einmalige Gelegenheit, Teile der vorhandenen Werftinfrastrukur zu übernehmen“, schrieb demnach Admiral Carsten Stawitzki.

Nach den Plänen der Bundeswehr solle die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben die vorhandene Infrastruktur übernehmen und dann an das Ministerium weiter vermieten. Von den etwa 800 Beschäftigten in der bisherigen Transfergesellschaft könnten langfristig etwa 500 von der Bundeswehr als Angestellte oder Beamte übernommen werden, heißt es dem Bericht zufolge. Vorgesehen sei, die Rostocker Werft dem Marinearsenal in Kiel zu unterstellen.

Insolvenzverwalter soll Fristverlängerung zugestimmt haben

Komme der Kauf zustande, könnten dort die Korvetten aus dem nahegelegenen Marinestützpunkt in Warnemünde regelmäßig gewartet werden. Nach Rücksprache mit dem Ministerium habe der Insolvenzverwalter einer Fristverlängerung für ein Bundeswehrangebot bis Anfang Mai inzwischen zugestimmt. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte auf AFP-Anfrage, das Ressort könne sich zu internen Vorgängen nicht äußern.

Die MV Werften hatten im Januar Insolvenzanträge gestellt, nachdem Gespräche über finanzielle Hilfen mit dem Bund und dem Land Mecklenburg-Vorpommern seitens der Werften als aussichtslos eingeschätzt wurden. Die Unternehmens-Gruppe gehört zum Konzern Genting Hongkong. Betroffen von dem Insolvenzverfahren sind acht Unternehmen an den drei Werft-Standorten in Wismar, Rostock-Warnemünde und Stralsund.