Bundeswehrsoldaten wollen nicht kämpfen: Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht zugleich weiter ab.

Rekruten der Bundeswehr bei der Sportausbildung
Rekruten der Bundeswehr bei der Sportausbildungimago

Die Zahl der Kriegsdienstverweigerer innerhalb der Bundeswehr nimmt laut einem RND-Bericht deutlich zu. In diesem Jahr gingen nach Angaben eines Sprechers des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bisher 657 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ein. Im gesamten vergangenen Jahr waren es demnach nur 209. Viele Antragsteller begründen ihre Verweigerung den Angaben zufolge mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Laut dem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Montagsausgaben) nimmt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber für die Streitkräfte zugleich ab. Die Bewerberzahlen für den militärischen Dienst in der Bundeswehr seien seit Anfang 2022 rückläufig, sagte eine Sprecherin des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln.

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) lehnt eine Wiedereinführung der Wehrpflicht dennoch und auch mit Blick auf die durch den Ukraine-Krieg veränderte Bedrohungslage ab. „Eine Wehrpflicht-Debatte hilft uns wenig in der aktuellen Situation“, sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). „Es dauert seine Zeit, Soldatinnen und Soldaten auszubilden – unter einem Jahr macht das wenig Sinn.“ Zudem gebe es weder genügend Kasernen, Ausbilder noch das Gerät für Zehntausende Wehrpflichtige.

Auch die vom Bundesverfassungsgericht angemahnte Frage der Wehrgerechtigkeit lasse sich „nicht so einfach beantworten“, fügte sie hinzu. Die Wehrpflicht müsste auch Frauen umfassen und dürfte „nicht nur jeden Vierten in einem Jahrgang betreffen“.