Bundesweite Razzia wegen Corona-Betrugs: Berliner Salafist im Visier

Wegen Betrugs bei der Zahlung von Corona-Hilfen führte die Polizei Razzien in sieben Bundesländern durch. Der Verdacht richtet sich gegen den Salafisten Fayez K.

 Die Polizei Berlin im Einsatz
Die Polizei Berlin im EinsatzSabine Gudath

Die Polizei hat am Dienstagmorgen Razzien in sieben Bundesländern durchgeführt. Der Schwerpunkt war Berlin. Hier wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin 36 Orte in den Stadtteilen Kreuzberg, Moabit, Mitte, Neukölln, Reinickendorf und Wedding durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft Berlin wer Grund der Durchsuchungen der Verdacht auf Subventionsbetrug bei der Auszahlung von Corona-Hilfen.

Auch in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen gab es demnach Razzien. Bundesweit durchsuchten 630 Polizeikräfte 57 Objekte. 

Salafist Fayez K. soll über Strohleute über eine Million Euro an Fördergeld erschlichen haben

Beschuldigt wird  der 25-jährige Fayez K.. Er wird laut Staatsanwaltschaft dem salafistischen Milieu zugerechnet. Fayez K. steht im Verdacht, sich von Berlin aus über Strohleute über eine Million Euro an Corona-Hilfen von der IBB durch falsche Angaben erschlichen zu haben. K. soll mehrere gewerbliche Tätigkeiten erfunden haben.

Hierbei soll er sich der Personalien und Steuerdaten der Strohleute bedient haben, die für die Zahlungen auch ihre Konten zur Verfügung gestellt hatten. Die dafür erforderlichen E-Mail-Accounts soll Fayez K. eigens für die Tatbegehung in deren Namen eingerichtet haben.

Gegen den Beschuldigten Fayez K., der sich mittlerweile wieder in Syrien aufhalten soll, wurde in der Vergangenheit mehrfach wegen Störung des öffentlichen Friedens ermittelt: So soll er beispielsweise öffentlich Masken mit dem Gesicht des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron verbrannt und die Videos dieser Aktion auf YouTube veröffentlicht haben.

Auffällig war dabei die zeitliche Nähe zu der Rede des französischen Staatspräsidenten Macron am 21. Oktober 2020 im Nachgang zur Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty durch einen tschetschenischen Attentäter. Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der heute beschlagnahmten Beweismittel, dauern an.