BerlinDer Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) fühlt sich von der Kreuzberger Bundestagsabgeordneten Canan Bayram (Grüne) diskreditiert. Thomas Mischke, der für die Bundespolizisten spricht, forderte die Grünen sogar auf, sich von der Politikerin öffentlich zu distanzieren.

Weil es eine Häufung von Corona-Infektionen bei der Bundespolizei gibt, hatte Bayram in der Bundestagsitzung am 4. November gefragt, ob das Verhalten vieler Bundespolizisten gegenüber den Gefahren von Corona nicht in einem Zusammenhang steht mit der in rassistischen und rechtsextremistischen Kreisen weit verbreiteten Leugnung von Corona. Daraus hatte sie die Dringlichkeit einer wissenschaftlichen Untersuchung bei der Bundespolizei abgeleitet. Ihre Sätze sind so im Protokoll erfasst.

Thomas Mischke erklärte: „Die meisten Menschen würden wohl auf die Idee kommen, dass eine Häufung von Corona-Fällen bei der Bundespolizei womöglich etwas mit dem Beruf zu tun haben könnte und dass Bundespolizistinnen und Bundespolizisten genau wie Alten- und Krankenpfleger sehr nah am Menschen agieren.“

Während das Pflegepersonal in Deutschland völlig zu Recht als „Helden des Alltags“ gefeiert werde, so Mischke, wolle Frau Bayram die Bundespolizei in die rechte Ecke stellen, und zwar mit einer Begründung, die an Absurdität und Vorurteilen nicht zu überbieten sei.

Canan Bayram sagte der Berliner Zeitung auf Anfrage: „Ich habe nichts behauptet, sondern nur die Frage gestellt. Als Grundlage diente eine Berichterstattung, wonach der Chef der Bundespolizei selbst über die steigenden Corona-Zahlen sprach und seinen Leuten den Hinweis gab, Knoblauch zu essen, damit die Distanz gewahrt ist.“ Ihre Frage sei im Vorfeld vom Bundestag zugelassen worden.