Kinder stürmen nach Schulende in einen Bus (Symbolbild)
Foto: dpa/Andreas Arnold

Sömmerda/ErfurtDie Polizei ermittelt gegen einen Busfahrer, der Schüler im Kreis Sömmerda in Thüringen aufgefordert hatte, ihren Mund-Nasen-Schutz abzulegen. Die Ermittlungen gegen den 38-Jährigen liefen wegen Nötigung, sagte eine Polizeisprecherin am Montag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Mann hatte Ende September ein Video in einem Schulbus auf der Fahrt nach Kölleda gedreht und im Internet hochgeladen.

Darauf ist zu hören, wie er die Kinder auffordert, ihre Masken abzulegen und so ein „bundesweites Zeichen“ zu setzen. Der Mann behauptete, dass zwei Kinder durch das Tragen einer Maske gestorben seien.

Die Diskussion um die Gefährdung des Kindeswohls durch Tragen von Masken wurde durch mehrere Falschmeldungen in sozialen Netzwerken entfacht. Experten zufolge ist es aber ausgeschlossen, dass ein gesundes Kind allein durch den Gebrauch einer Alltagsmaske umkommt.

Über den Fall des Busfahrers hatte zuvor die Thüringer Allgemeine berichtet. Die Verwaltungsgesellschaft des ÖPNV Sömmerda erklärte, dass sie sich von dem Fahrer wegen „einiger Ungereimtheiten“ getrennt habe. Es sei einfach unmöglich, wenn Erwachsene die Kinder in Zwiespalt brächten, teilte das Unternehmen mit. Der betreffende Fahrer sei erst im September eingestellt worden.