Veronique Monguillot (r.), die Frau des attackierten Busfahrers Philippe Monguillot, hält während eines Protestmarsches ein Foto ihres Ehemanns mit ihr selbst. Monguillot ist am Freitagnachmittag verstorben.
Foto: AFP/Gaizka Iroz

BayonneEin  bei einem brutalen Angriff im südfranzösischen Bayonne schwer verletzter Busfahrer ist tot. Ihr Vater sei am Freitagnachmittag gestorben, teilte die Tochter der Nachrichtenagentur AFP mit. „Wir haben beschlossen, ihn gehen zu lassen. Die Ärzte waren dafür und wir auch“, sagte sie. Der Busfahrer war zu Beginn der Woche für hirntot erklärt worden und befand sich in einem Krankenhaus. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach Angehörigen und Kollegen des Mannes sein Beileid aus. „Diese abscheuliche und feige Tat darf nicht ungestraft bleiben“, schrieb Darmanin auf Twitter.

Der Angriff auf den fast 60 Jahre alten Mann hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Französischen Medien zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen.

Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einen 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung. Am Mittwochabend hatten sich in Bayonne rund 6000 Teilnehmer zu einem Marsch für den Busfahrer und seine Angehörigen versammelt. In mehreren Städten gab es in Bussen und Trams eine Schweigeminute für Philippe Monguillot.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen haben Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche von ihrem Recht Gebrauch gemacht, wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise niederzulegen.