Berlin Der Rapper Bushido hat nach rund dreiwöchiger Pause im Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker seine Aussage fortgesetzt und einen mutmaßlichen Angriff auf sich geschildert. Er sei in einem Büro bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einer Wasserflasche attackiert worden, erklärte der Musiker am Montag vor dem Berliner Landgericht. Zu dem Schlag sei es gekommen, „weil ich nicht akzeptieren wollte, dass ich bis an mein Lebensende an ihn zahlen sollte“, so der 42-Jährige. Zuvor habe er schweigend massive Beleidigungen gegen seine Familie und sich hingenommen. „Es hat mich so sehr verletzt - mir liefen die Tränen.“

Der Rapper ist in dem Verfahren gegen insgesamt vier Mitglieder einer bekannten arabischstämmigen Berliner Großfamilie Zeuge und Nebenkläger. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sei, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen zu Arafat Abou-Chaker aufgelöst habe. Der Clanchef habe dies laut Anklage nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt die Zahlung von angeblichen Schulden beziehungsweise die Beteiligung an dessen Musikgeschäften in Millionenhöhe gefordert. Der Clanchef soll den Musiker auch ehrverletzend beschimpft, drangsaliert und leicht verletzt haben.

Zu dem mutmaßlichen Angriff in einem Büro soll es im Januar 2018 gekommen sein. Arafat Abou-Chaker habe ihn „hinzitiert“, so der Rapper. Er sei davon ausgegangen, dass sie über das Ende der geschäftlichen Beziehung sprechen würden. Doch Arafat Abou-Chaker habe ihn angeschrien, die Tür verschlossen und die Schlüssel eingesteckt. Von angeblichen Schulden in Millionenhöhe habe sein einstiger Geschäftspartner gesprochen. Mehr als vier Stunden soll Bushido in dem Büro festgehalten worden sein. Zuletzt sei er mit einem Stuhl attackiert und an der Schulter getroffen worden, so die Anklage.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Hauptangeklagten als einstigem Musik-Geschäftspartner von Bushido versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vor. Der Prozess wird am Mittwoch (16. Dezember) fortgesetzt.