Berlin - Rapper Bushido hat im Prozess gegen den Berliner Clanchef Abou-Chaker von einem weiteren Rapper gesprochen, der durch seinen angeklagten ehemaligen Geschäftspartner bedroht und mit einer unberechtigten Geldforderung konfrontiert worden sei. „Es waren ein oder zwei Millionen Euro, weil sich der Musiker selbstständig machen wollte“, erklärte Bushido am Montag in seiner weiteren Aussage vor dem Berliner Landgericht. 

Bushido, der auch am 21. Verhandlungstag von Personenschützern begleitet wurde, äußerte sich zu mehreren Verträgen, die er mit anderen Künstlern abgeschlossen hatte. Exklusivverträge hätten sich auf Bereiche wie Musikproduktion und Vermarktung bezogen. Einer der Rapper, mit dem Bushido einen Vertrag hatte, habe ihm 2018 von der Geldforderung und einer Bedrohung durch Arafat Abou-Chaker berichtet. Auf Nachfrage erklärte Bushido, bei dem Vorfall sei er persönlich nicht dabei gewesen - „zum Glück nicht, einmal reicht“, so der Zeuge.

Clanchef Arafat Abou-Chaker soll auch von Bushido Geld gefordert haben

Der 42-jährige Musiker, bürgerlich Anis Ferchichi, befindet sich seit inzwischen fünf Monaten im Zeugenstand. Er ist Nebenkläger und Zeuge in dem Prozess. Laut Anklage soll es zu Straftaten zu seinem Nachteil gekommen sein, nachdem der Rapper 2017 die Beziehung zu seinem langjährigen Geschäftspartner aufgelöst habe. Clan-Oberhaupt Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Bushido sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Hauptangeklagten Arafat Abou-Chaker Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt sind drei Brüder des Clanchefs. Die vier Männer haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Bushidos Befragung soll am 27. Januar fortgesetzt werden.