BerlinRapper Bushido ist nach zweiwöchiger Zwangspause im Prozess gegen den Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker wieder in den Zeugenstand gerufen worden. Der Musiker schilderte am Mittwoch vor dem Landgericht Berlin erneut Vorfälle, die zum Bruch der geschäftlichen Beziehungen mit Arafat Abou-Chaker geführt hätten. „Wenn ich was machen wollte, musste ich erklären, warum und weshalb“, so Bushido. Wegen einer Corona-Infektion des Rappers war die Verhandlung für zwei Wochen unterbrochen worden.

Clanchef Arafat Abou-Chaker wird unter anderem versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt. Drei seiner Brüder sind als Gehilfen oder Mittäter angeklagt. Es sei zu Straftaten gekommen, nachdem Bushido 2017 die Geschäftsbeziehungen aufgelöst habe. Arafat Abou-Chaker habe dies nicht akzeptieren wollen und von Bushido eine Millionenzahlung sowie die Beteiligung an dessen Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Bushido soll bedroht, beschimpft, eingesperrt und mit einem Stuhl sowie einer Wasserflasche attackiert worden sein.

Bushido, der auch Nebenkläger ist, erklärte in seiner seit mehreren Verhandlungstagen laufenden Zeugenbefragung, der Clanchef habe an ihm viel verdient und ihn „wie sein Eigentum behandelt“. Im Zusammenhang mit einem gemeinsamen Villengrundstück mit einer Größe von 16.000 Quadratmetern schilderte Bushido am Mittwoch, als er einen Zaun um seine Villa setzen wollte, sei es 2017 zu einem heftigen Streit gekommen. „Er und meine Frau brüllten sich an“, so der Rapper. Arafat Abou-Chaker habe dann zu ihm gesagt, dass er „mit Frauen nicht über Grundstücke redet“. Der Clanchef habe sich eine der Villen auf dem Gelände „unter den Nagel gerissen“. Der Prozess wird am 16. November fortgesetzt.