Der Bus war auf dem Weg nach Hamburg. 
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WöbbelinNach dem Busunfall auf der A24 nahe Wöbbelin in Mecklenburg-Vorpommern am Samstag hat das Unternehmen Flixbus Angaben der Polizei zur Verletztenzahl widersprochen. Viele der Insassen, die vorsorglich in Krankenhäuser gekommen waren, seien unverletzt wieder entlassen worden.

Die Polizei hatte zuvor von 28 Leicht- und drei Schwerverletzten gesprochen. Ein Rettungshubschrauber sei am Unfallort gelandet, aber nicht zum Einsatz gekommen. Das Unternehmen hatte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zunächst drei Verletzte bestätigt. Der Bus war zwischen Prag und Hamburg unterwegs gewesen.

Die Ursache für den Unfall nördlich von Ludwigslust werde noch ermittelt, möglicherweise handele es sich um Sekundenschlaf des Fahrers, sagte ein Polizeisprecher in Rostock der dpa. „Die Ermittlungen laufen.“ „Wir können bestätigen, dass die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten wurden“, teilte ein Flixbus-Sprecher mit. Nach Angaben des Polizeisprechers herrschten zum Unfallzeitpunkt normale Witterungsverhältnisse.

Der Bus sei in Fahrtrichtung Hamburg zwischen den Anschlussstellen Wöbbelin und Hagenow von der Straße abgekommen und in einen Graben gefahren, sagte der Polizeisprecher. Nähere Details zu den Verletzten gab es noch nicht. Der Unfall habe sich um 5.45 Uhr ereignet. In dem Fahrzeug hätten Reisende unterschiedlicher Nationalitäten gesessen, sagte der Polizeisprecher. Kinder seien nicht dabei gewesen.

Größere Busunfälle sorgen öfter für Aufsehen, sind aber relativ selten. Im Mai 2019 war ein Fernbus nahe Leipzig verunglückt. Eine Frau starb, neun Menschen, darunter der Busfahrer, wurden schwer verletzt. Ermittlungen ergaben, dass der Fahrer wegen eines „medizinischen Problems“ sein Fahrzeug nicht mehr unter Kontrolle hatte. Im Juni 2019 wurden sieben Menschen verletzt, als ein Flixbus auf der Autobahn 5 bei Karlsruhe auf einen Lastwagen auffuhr, der plötzlich die Spur wechselte.

Ein knappes Jahr zuvor waren nahe Rostock 22 Menschen verletzt worden. Ihr Bus war von der Fahrbahn abgekommen und in einem Graben umgekippt. Trotz solcher Unfälle zählen Fernbusse zu den sichersten Verkehrsmitteln. „Das Risiko, mit einem Reisebus zu verunglücken, ist deutlich geringer, als wenn Sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind“, heißt es beim ADAC. Laut Statistischem Bundesamt sind Busse nur in knapp einem Prozent aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden involviert.