BerlinDie Verkehrsbetriebe der Hauptstadt haben eine neue Ansagestimme - vom Hinweisgong im U-Bahnhof über das Signal beim Türschließen bis zur Wartemusik der Telefonanlage. Seit Sonntag ist die Stimme der Synchronsprecherin Philippa Jarke in Bussen zu hören, die Straßenbahn folgt in einigen Wochen. Bei der U-Bahn sei die Umstellung aufwändiger und komme deshalb erst 2021, teilte die BVG mit.

Die neue Stimme sei ein Echo der Stadt: „Etwas rau, aber immer sympathisch und authentisch“, sagte BVG-Vorstandsvorsitzende Eva Kreienkamp. Jarke hatte sich bei einem Stimmen-Casting unter rund 1000 Mitbewerbern durchgesetzt. Der BVG zufolge nahm sie in mehr als 100 Stunden 4200 Sprachdateien mit allen Haltestellen und weiteren Ansagen auf.

In neuen Fahrzeugen will die BVG neben den Absagen auch Störungshinweise automatisch ansagen lassen. Sie hat dafür Jarkes Stimme digitalisieren lassen. So lernt das System auch, wie phonetisch kompliziertere Haltestellennamen wie etwa „Bersarinplatz“ korrekt ausgesprochen werden. Auch bei Fahrplanänderungen könnten dann die Ansagen mit der bekannten menschlichen Stimme erfolgen, hieß es.

Die in Berlin geborene Jarke arbeitet seit 2017 als freie Synchronregisseurin und -sprecherin und wurde dafür mehrfach dafür ausgezeichnet. Nach einer Ausbildung zur Film- und Videoeditorin leitete sie ab 2004 ihre eigene Produktionsfirma.