Berlin - Die Berliner Innenstadt ist derzeit um einiges bunter. U-Bahnen, Schilder und Bahnhöfe leuchten in auffallend bunten Regenbogenfarben. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) setzen mit der Aktion ein Zeichen für Vielfalt und gegen Homophobie. Seit Donnerstagvormittag ist auf der Linie U2 ein Regenbogen-Sonderzug unterwegs, ein zweiter soll folgen. Gut drei Wochen vor dem offiziellen Christopher Street Day (CSD) in Berlin bekennt Deutschlands größtes Nahverkehrsunternehmen damit buchstäblich Farbe.

Nach vier Tagen Arbeit erstrahlt nun auch der U-Bahnhof Alexanderplatz im Regenbogen-Look. Mit Hunderten Metern farbigem Klebeband hat das Künstlerkollektiv Tape That die vielleicht wichtigste Station im Berliner U-Bahn-Netz umgestaltet. Rund 80 Bus- und Straßenbahnhaltestellen im gesamten Stadtgebiet werden dem Vorbild folgen, teilte die BVG am Donnerstag mit. Die ersten gut 30 Haltestellen wurden am heutigen Vormittag fertig, der Rest folgt bis zur nächsten Woche.

Davids/Sven Darmer
Im U-Bahnhof Alexanderplatz wurde unter anderem der Fußboden umgestaltet. 

Neben den U-Bahn- und Straßenbahnstationen rund um den Alexanderplatz sind mittlerweile auch an Ostkreuz, Hauptbahnhof, Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Rathaus Spandau sowie an der Wilmersdorfer Straße/Kantstraße riesige Flächen mit Regenbogenfarben beklebt worden.

Regenbogen-Aktion der BVG ist ein Bekenntnis zur Vielfalt 

„Das ist groß, das ist bunt, das ist unser ganz deutlich sichtbares Bekenntnis für Vielfalt in unserer Stadt und überall“, sagte Eva Kreienkamp, Vorstandsvorsitzende der BVG. „Ein großes Dankeschön an alle Kollegen und Kolleginnen, die diese spektakuläre Aktion möglich gemacht haben.“

Schon am Morgen hatte BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt gemeinsam mit U-Bahnchefin Nicole Grummini am Bahnhof Olympia-Stadion den Regenbogen-Zug der U2 auf Fahrt geschickt. „Vielfalt ist bei uns gelebter Alltag – das gilt intern genauso wie für unsere Fahrgäste“, sagte Erfurt.

BVG
Die BVG wirbt in ihren Bahnhöfen mit Humor für sexuelle Vielfalt. 

Mit der großen Regenbogen-Aktion feiert die BVG auch einen doppelten „runden Geburtstag“. Vor zehn Jahren traten die Verkehrsbetriebe dem Bündnis gegen Homophobie bei. Im selben Jahr gründete sich in der BVG das bis heute sehr aktive Regenbogen-Netzwerk.