Bye-Bye Balenciaga: Fans zerstören Modeprodukte - Videos gehen viral

Das Modehaus verklagt die Produktionsfirma der umstrittenen Werbekampagne auf 25 Millionen Dollar. Die Fans rufen derweil zum Boykott auf.

Protest gegen ein Label: Ein brennender Balenciaga-Schuh.
Protest gegen ein Label: Ein brennender Balenciaga-Schuh.Instagram

Kein Ende im Balenciaga-Gate. Nachdem in der vergangenen Woche sich zahlreiche Prominente wie etwa Kim Kardashian von der Marke distanzierten, tauchten auf Social Media immer mehr Videos auf, die Influencer und Fans beim Entsorgen von Balenciaga-Schuhen und Kleidungsstücken zeigen. Der Boykott des französischen Luxus-Label ist offenbar zum Trend geworden.

Seit Tagen posten ehemalige Fans auf TikTok Videos, in denen sie Balenciaga-Taschen, Kleider und Schuhe zerstören, um gegen die umstrittene Werbung des Modehauses zu protestieren, in der Kinder neben Bondage-inspirierter Kleidung abgebildet sind. Die Videos unter den Hashtags #BoycottBalenciaga und #CancelBalenciaga gehen vor allem auf TikTok viral.

„Hört sofort auf, Balenciaga zu tragen“, lautet etwa die Überschrift eines Clips der Influencerin Chloé Hennessey, der 1,1 Millionen mal aufgerufen wurde. Im Video ist die aufgebrachte Influencerin zu sehen, wie sie mit einer Schere einen Hoodie zerschneidet, der rund 700 Dollar kosten soll. Anschließend wirft sie ein Balenciaga-T-Shirt, eine Sonnenbrille und ein Paar Turnschuhe weg, die zusammen mehr als 2.000 Dollar wert sein sollen, wie sie erklärt.

@chloehenny I honestly feel sick to my stomach but can’t say that I’m surprised tbh! 😰 #boycottbalenciaga #balenciaga #balenciagaphotoshoot #balenciagagate #viral ♬ Spooky, quiet, scary atmosphere piano songs - Skittlegirl Sound

Nachdem sie sich die „schmutzige Wäsche“ des Unternehmens genauer angesehen habe, habe sie ihre Balenciaga-Kleidung weggeworfen und sich geschworen, die Marke nie wieder zu unterstützen, sagte Hennessey, und gab zu: „Eigentlich liebe ich Balenciaga. Das war mal meine Lieblingsmarke.“ Es sei ärgerlich, alles loswerden zu müssen, sagt Hennessey dem Independent, „aber meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, Stellung zu beziehen.“

Nicht nur ihr geht es zurzeit so. In einem  Clip mit der Überschrift „Good riddance“ ist die Influencerin Tegan Kline zu sehen, wie sie sich von einer AirPod-Hülle von Balenciaga im Wert von 260 Dollar und einer Handtasche mit Krokoprägung im Wert von 3.000 Dollar trennt. „Der Rest meines Balenciaga wird weggeworfen, sobald ich nach Hause komme“, versprach Kline in der Bildunterschrift.

@theklineventure #duet with @jewliebuggg #balenciaga the rest of my Balenciaga will be tossed as soon as I get home #rip #boycottbalenciaga #childad #unacceptable #hollywood #pedoring #dont @kimkardashian @Ye ♬ original sound - FYP

In einem weiteren weiterer Clip zeigt sie, wie sie sie in Paar Balenciaga-Designerschuhe zerschneidet und in den Müll wirft.

Balenciaga war Mitte des Monats in die Kritik geraten wegen einer umstrittenen Kampagne mit Kindern, die Plüschtiere in Bondage-Kostümen in der Hand hielten.

Das Modehaus hat sich inzwischen auf Instagram entschuldigt.

Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge außerdem eine interne sowie externe Untersuchung zugesagt und eine 25-Millionen-Dollar-Klage gegen die Produzenten einer der Anzeigen eingereicht.

„Unsere Plüschbärentaschen und die Geschenkkollektion hätten nicht mit Kindern gezeigt werden sollen“, erklärte das Label. „Dies war eine falsche Entscheidung von Balenciaga, kombiniert mit unserem Versagen bei der Bewertung der Bilder. Die Verantwortung dafür liegt allein bei Balenciaga“. Das High-Fashion-Label erklärte, dass sich die Klage auf die Kampagne beziehe, in der ein Auszug aus einem Gerichtsurteil über Kinderpornografie zu sehen war. Balenciaga vermutet, dass die Papiere von den Dreharbeiten zu einem TV-Drama stammen könnten: „Die Einbindung dieser nicht genehmigten Dokumente war das Ergebnis rücksichtsloser Fahrlässigkeit, für die Balenciaga eine Klage eingereicht hat“, heißt es in der Erklärung. „Wir übernehmen die volle Verantwortung für unseren Mangel an Aufsicht und Kontrolle über die Dokumente im Hintergrund und wir hätten es anders machen können.“