Nach der Corona-Zwangspause läuft der Spielbetrieb auch in einer ungewöhnlichen Sportart wieder: Quidditch hat seinen Ursprung in den „Harry Potter“-Romanen von Joanne K. Rowling. Statt eines fliegenden Besens haben die Teams beim Sprinten, Werfen und Tackling eine Plastikstange zwischen den Beinen.

In der Nord-Liga zum Beispiel treten Teams aus Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Hamburg und Kiel gegeneinander an. Die Braunschweig Broomicorns zählen zu den Favoriten bei der Deutschen Quidditch-Meisterschaft, die am 1. und 2. Oktober 2022 in Bamberg (Bayern) ausgetragen wird.

Im Jahr 2005 hatten Studenten aus Middlebury in den USA das Ballspiel aus dem Universum der Zauberer in die reale Welt übertragen. Inzwischen ist Deutschland nach den USA die Quidditch-Nation Nummer zwei, wie der Deutsche Quidditchbund mitteilte. Es gebe über 40 Teams mit rund 1300 Aktiven.

Ist J. K. Rowling transfeindlich?

Zum 25. Jahrestag des Erscheinens des ersten „Harry Potter“-Romans in diesem Sommer seien aber keine besonderen Veranstaltungen geplant. Auch wegen der Äußerungen von J. K. Rowling werde versucht, sich weiter von „Harry Potter“ abzugrenzen, hieß es von dem Verband.

Die britische Autorin hatte sich gegen die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung von Transfrauen mit Frauen ausgesprochen, die bereits mit weiblichen Geschlechtsorganen geboren wurden. Dies wurde von manchen als transfeindlich interpretiert.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Rowling kürzlich verteidigt. Putin behauptete in einer Fernsehansprache, der Westen würde russische Komponisten wie Pjotr Tschaikowski canceln, und erklärte, dass Rowling dasselbe Schicksal wegen ihrer Ansichten über „Gender-Rechte“ teile. „Sie haben Joanne Rowling – die Kinderbuchautorin, deren Bücher auf der ganzen Welt veröffentlicht werden – kürzlich gecancelt“, sagte das russische Staatsoberhaupt.