Berlin - „Ist es ‚Feuerball‘ oder ‚Goldfinger‘, wo Sean Connerys Charakter im Grunde eine Frau vergewaltigt?“ – fragt Cary Fukunaga, Regisseur des neuen Bond-Films „No Time to Die“, in einem Interview mit dem Hollywood Reporter. Die Antwort liefert er selbst: „Sie sagt ‚Nein, nein, nein.‘ Und er: ‚Ja, ja, ja.‘ Das würde heute nicht gehen.“

Die Szene, auf die Fukunaga anspielt, ist aus „Feuerball“, dem vierten Teil der James-Bond-Reihe von 1965. Darin trifft Bond auf die Krankenschwester Patricia Fearing (gespielt von Molly Peters): 007 drängt die schöne Blondine in eine Sauna und reißt ihr die Klamotten vom Leib. Dass sie ihn vorher schon einmal hat abblitzen lassen, scheint ihn wenig zu beeindrucken. 

Für den neuen Bond-Regisseur ist klar: Solche Dialoge sind heute weder denk- noch zeigbar. Er selbst will es in „No Time To Die“, der am 30. September in Deutschland anlaufen soll, anders machen: Mehr Frauen, nicht nur in der Rolle der Bond-Girls, in der sie aus Sicht von Fukunaga doch zu Sexobjekten stilisiert werden. Der Filmemacher will starke Frauen „gleichberechtigt“ im 007-Männerimperium auftreten lassen, sagt er. 

Zwar könne man nicht Bond über Nacht zu einer anderen Person machen. Aber man könne die Welt um Bond herum ändern und die Art, wie er in dieser neuen Welt zu funktionieren hat.