Berlin - Der CDU-Bundestagsabgeordnete Maik Beermann hat sich auf Twitter kritisch zu mehr Parität in Wirtschaft und Politik geäußert. Beermann schrieb: „Es nervt irgendwie. Mehr Frauen hier, mehr Frauen in Vorstände, paritätisch besetzte Kabinette, mehr Frauen in Aufsichtsräte usw.“

Er frage sich, ob die Frauen das überhaupt wollen würden – oder ob dies nicht alles „mediengemacht“ sei. Es gebe „wirklich andere Herausforderungen“, so Beermann. Der Tweet wurde mittlerweile gelöscht. Beermann, der in der vergangenen Legislaturperiode für den Wahlkreis Nienburg und Schaumburg im Bundestag saß, hat bei der Wahl im September sein Direktmandat an SPD-Kandidatin Marja-Liisa Völlers verloren. 

„Männer, die es immer noch nicht kapieren“

Der Christdemokrat sitzt im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Als solcher habe er, so Beermann, überwiegend mit Frauen zusammengearbeitet. Beermann räumte ein, dass sein Tweet „unbeabsichtigt für missverständliche Irritationen gesorgt“ habe. Er wolle klarstellen, dass sich sein Post nicht gegen Frauen und damit verbundene frauenpolitische Themen gerichtet habe.

Beermann erfuhr trotz seines Rückziehers reichlich Kritik von anderen Twitter-Nutzern. So retweetete Grünen-Politikerin Sigrid Beer einen Screenshot des Tweets mit den Worten: „Es nervt irgendwie. Männer, die es immer noch nicht kapieren. Steckengeblieben im letzten Jahrtausend, ganz am Anfang.“

Eine andere Nutzerin kommentierte den kritisierten Post mit Ironie: „Hier erklärt jemand den Wahlverlust der CDU für alle verständlich.“ Eine Entschuldigung des Digital- und Familienpolitikers Beermann blieb aus.