Berlin - In der engsten CDU-Spitze hat es wegen der Corona-Pandemie eine Diskussion über eine neuerliche Verschiebung des für Mitte Januar geplanten Parteitags zur Wahl eines neuen Vorsitzenden gegeben. Nach „Bild“-Informationen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in einer Schalte des Parteipräsidiums wegen der Pandemielage in Berlin gegen eine Verschiebung ausgesprochen. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet wird der 16. Januar als Termin für einen Digital-Parteitag anvisiert. 

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther sprach sich nach Informationen der dpa dafür aus, das als Online-Parteitag anberaumte Treffen der 1001 Delegierten erneut zu verschieben. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. 

Auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters äußerte nach diesen Informationen Bedenken wegen Corona, sie plädierte für einen digitalen Parteitag. Demnach sprachen sich unter anderem die stellvertretende CDU-Chefin Julia Klöckner und ihr Amtskollege Thomas Strobl dafür aus, den Parteitag wie geplant Mitte Januar stattfinden zu lassen. Als Argument wurden dafür auch die Mitte März anstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg genannt.

In der Sitzung gab es dem Vernehmen nach etwa zehn Wortmeldungen zum Thema Parteitag. Wegen der Pandemie schleppt sich die Lösung der Personalfrage nach der Rückzugsankündigung von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer im Februar seit dem Frühjahr hin. Das Präsidium der CDU kann nur eine Empfehlung abgeben, ob, wann und wie der Parteitag stattfinden soll. Eine Entscheidung trifft der von 11.00 Uhr an tagende größere Parteivorstand.

Zuletzt war in der CDU-Spitze der 15. und 16. Januar als Termin für den Wahlparteitag anvisiert worden. Dort sollen neben dem Parteivorsitzenden auch die Stellvertreter sowie die weiteren Mitglieder der Führungsgremien neu gewählt werden. Neben Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz wollen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenexperte Norbert Röttgen CDU-Chef werden.