Berlin - Die CDU hat den Berliner Senat aufgefordert, die Pläne zur schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen trotz anhaltenden Corona-Lockdowns zurückzunehmen. „Wir alle wünschen uns eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität im Bildungsbereich. Das Infektionsgeschehen gibt das aber derzeit noch nicht her“, erklärte der CDU-Vorsitzende Kai Wegner am Donnerstag.

„Die Pläne von Rot-Rot-Grün sind überstürzt und widersprüchlich. Es ist auch nicht erkennbar, dass das Land ausreichend Vorsorge für einen sicheren Schulstart getroffen hätte“, so Wegner. „Gerade in dieser sensiblen Lage verdienen die Eltern und Schüler seriöse und durchdachte Entscheidungen“, meinte er. „Voreilige Versprechungen, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht halten lassen, sind da der falsche Weg. Es geht um Sicherheit und Verlässlichkeit für die Eltern und Schüler in Berlin.“

Der Senat hatte am Mittwoch beschlossen, ab 11. Januar schrittweise zumindest wieder Wechselunterricht anzubieten, also eine Kombination aus Lernen zu Hause und in den Schulen in kleinen Gruppen. Den Anfang sollen die abschlussrelevanten Jahrgänge machen, eine Woche später sollen Grundschüler der Klassen 1 bis 3 folgen.

Auch aus Sicht der Bildungsgewerkschaft GEW ist die Entscheidung des Senats falsch, schon bald wieder Unterricht in Berlins Schulen zu ermöglichen. Während die Bevölkerung angehalten sei, die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, sei geplant, die Abschlussjahrgänge und bald danach auch die Grundschüler in die Schulen zurückzuholen. „Das passt alles nicht zusammen“, sagte der Berliner GEW-Landesvorsitzende Tom Erdmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Ab der nächsten Woche sind die halben Oberstufen wieder in der Stadt unterwegs“, kritisierte Erdmann. „Ich gehe nicht davon aus, dass die Infektionszahlen dann wieder so gut sind, dass man sich das leisten kann.“