Russland: Gouverneur schickt Hälfte der Mobilisierten zurück nach Hause

Von den Tausenden durch die Teilmobilisierung einberufenen Männer war offenbar rund die Hälfte für den Militärdienst ungeeignet.

Mobilisierte Reservisten der russischen Armee.
Mobilisierte Reservisten der russischen Armee.imago/Artyom Geodakyan

In der ostrussischen Region Chabarowsk sind nach Angaben des Gouverneurs Michail Degtjarjow etwa die Hälfte der Männer, die im Zuge der russischen Teilmobilmachung einberufen wurden, wieder in ihre Heimat zurückgeschickt worden. Wie T-Online berichtete, hätten die Männer alle Einberufungsbescheide erhalten, seien aber im Rekrutierungsbüro abgewiesen worden. 

Nach Angaben des Gouverneurs erfüllten die Betroffenen nicht die Auswahlkriterien für den Militärdienst. Der Militärkommissar der Region, Juri Laiko, sei mittlerweile entlassen worden.  Eigentlich sollen russischen Behörden zufolge nur diejenigen in erster Instanz eingezogen werden, die Kampferfahrung haben. Vorrang haben auch jene, die in relevanten Berufen, etwa als Ärzte, arbeiten.

Die Region liegt an der Pazifikküste, unweit von der russischen Grenze nach China. Sie hat rund 1,3 Millionen Einwohner, darunter zahlreiche indigene Völker des russischen Nordens. 

Viele Russen versuchen jedoch, sich der Teilmobilisierung zu entziehen. Medien berichteten von Kilometerlangen Staus an der Grenze zu Georgien und Finnland. Flugtickets in die Türkei wurden von einem auf den anderen Tag zehnmal teurer.