Securitys machtlos: Tausende stürmen Daddy-Yankee-Konzert

Aufgeheizte Gäste randalierten in und vor dem Stadion, schließlich rückte die Polizei an. Dennoch sollen in dieser Woche zwei weitere Konzerte stattfinden.

Bei einem Konzert des Rappers Daddy Yankee ist es zu Chaos und Ausschreitungen gekommen.
Bei einem Konzert des Rappers Daddy Yankee ist es zu Chaos und Ausschreitungen gekommen.AP/Willy Sanjuan

Bei dem ersten von drei geplanten Konzerten des puerto-ricanischen Rappers Daddy Yankee („Gasolina“) in Santiago de Chile ist es am Dienstagabend zu chaotischen Szenen zwischen Konzertgängern, Sicherheitskräften und der örtlichen Polizei gekommen. Wie unter anderem der BBC berichtete, drängten über 4.000 Menschen ohne gültiges Ticket in das bereits ausverkaufte Estadio Nacional, rissen Absperrungen nieder, attackierten Security-Mitarbeiter und demolierten vor dem Stadion parkende Autos.

Auf im Internet kursierenden Videos ist zu sehen, wie sich ein nicht abreißender Strom an Zuschauern an hilflosen Ordnern vorbei den Weg ins Konzert bahnt. Einige klettern über Zäune, andere werfen mit Gegenständen. „Hoffen wir, dass es keinen Notfall gibt, denn die Notausgänge sehen blockiert aus“, kommentierte ein Besucher aus dem Inneren des überfüllten Stadions das Geschehen.

Nach Ausschreitungen: Weitere Konzerte für diese Woche geplant

Aufgrund der hohen Gefährdung rückte später am Abend – während das Konzert trotz Ausnahmezustand wie geplant abgehalten wurde – die örtliche Polizei an. Videos zeigen, wie die Carabineros in voller Sicherheitsmontur und unter Einsatz von Wasserwerfern versuchen, die Menschenmenge vor dem Stadion unter Kontrolle zu bringen.

Vorläufigen Angaben chilenischer Medien zufolge habe es trotz der chaotischen Zustände keine Toten oder schwer Verletzten gegeben. Genauere Angaben konnten jedoch noch nicht gemacht werden. Auch seien bereits rechtliche Schritte gegen zwei private Unternehmen eingeleitet worden, die für die Security zuständig gewesen waren. Zudem plane Daddy Yankee selbst, die für Mittwoch und Donnerstag angesetzten Konzerte ungeachtet weiter bestehender Sicherheitsbedenken durchzuführen.