Chemnitz/Mannheim - Etwa 1000 Menschen haben nach Polizeiangaben am Sonnabend in Chemnitz gegen aktuelle Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Die Zugänge zu dem Areal in der Innenstadt seien zeitweise geschlossen worden, da noch mehr Menschen herbeiströmten, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die Kundgebung stand unter dem Titel „Chemnitz steht auf“. „Wir sind das Volk“, „Haben wir wirklich eine Pandemie?“ und „Das Volk hat die Schnauze voll“ hatten Teilnehmer auf Plakate geschrieben. Manche hatten rote Kreuze auf ihren Mund-Nasen-Schutz gemalt – aus Protest gegen die Auflage, dass alle medizinische Masken tragen müssen.

Die Polizei sprach am Nachmittag von einem ruhigen Verlauf. Nur vereinzelt sei es zu Störungen gekommen. Zu der Kundgebung waren auch Menschen in Autokorsos aus dem Umland nach Chemnitz gekommen – vor allem aus dem Vogtland und dem Landkreis Zwickau. Aus diesen beiden Regionen seien es etwa 250 Fahrzeuge mit rund 500 Personen gewesen, informierte die Polizeidirektion Zwickau.

Am Rande der Kundgebung in Chemnitz kam es zu einer spontanen Gegendemonstration. Ein Polizeisprecher sprach von etwa 30 Menschen. Darstellungen auf Twitter, wonach die Sicherheit der Teilnehmer nicht gewährleistet war, widersprach die Polizei. „Die Sicherheit der Teilnehmer war zu keiner Zeit gefährdet“, sagte ein Sprecher. Allerdings musste nach Angaben der Polizei mehrfach auf das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sowie die Mindestabstände zwischen den Versammlungsteilnehmern hingewiesen werden. Es wurden 24 Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung angezeigt.

Auch in Mannheim gab es Proteste: Nach Polizeiangaben fanden sich etwa 1200 Menschen in rund 600 Autos auf einem Parkplatz ein. Die vorher nicht angemeldete Demonstration sei nach einer Verfügung der Versammlungsbehörde der Stadt Mannheim aufgelöst worden, hieß es.

In der Folge gab es vereinzelt kleinere Autokorsos in der Stadt, die aber ebenfalls unterbunden wurden. Es habe Identitätsfeststellungen und Platzverweise gegeben. Für die Polizei sei es ein Großeinsatz gewesen, hieß es weiter. Es habe mindestens eine zweistellige Zahl von Anzeigen gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Abend. Eine genaue Anzahl gebe es noch nicht, da die Ermittlungen noch liefen. Es gehe etwa um Verstöße gegen das Versammlungsrecht.