Engagiert sich China stärker militärisch in Europa? Kürzlich sind in Belgrad chinesische Frachtflugzeuge gelandet. Bei den Flugzeugen handelt es sich um vierstrahlige Maschinen vom Typ Xian Y-20. Sie sind vergleichbar mit der Boeing C-17. Sie kann militärisches Großgerät wie etwa Panzer transportieren, alternativ kann sie auch zum Transport von Truppenteilen wie etwa 100 Fallschirmjäger in voller Montur an ihr Ziel bringen.

Wie The Aviationist berichtet, äußerten in der Folge der montenegrinische Präsident Milo Djukanovic und der kosovarische Premierminister Albin Kurti Bedenken, dass die Waffensysteme ihre Länder gefährden könnten. Sie sagten mit Blick auf China, Serbien kaufe Waffen von Ländern, die „offene Feinde Europas und der NATO zu sein scheinen“. Der serbische Präsident wies erneut Kritik zurück, dass seine chinesischen Boden-Luft-Raketen eine Bedrohung für seine Nachbarn darstellen könnten, und bezeichnete den Kauf als „legitim, völlig ordnungsgemäß und transparent“.

Die sechs Frachter der chinesischen Volksbefreiungsarmee landeten demnach zunächst in der Nacht zum 9.4.  kurz nacheinander am Tesla-Flughafen in Belgrad. Wenig später verließen sie Serbien wieder - und landeten am Sonntag erneut in Belgrad. Laut serbischen und internationale Medien sollen die Chinesen neue Luftabwehrsysteme für Serbiens Armee geliefert haben.

Bereits im August 2020 hatte Serbien bei der chinesischen Regierung Boden-Luft-Raketenbatterien vom Typ FK-3 bestellt. Hierbei handelt es sich eine radargesteuerte Rakete mit einer Reichweite von rund 170 Kilometern. Sie kann Ziele in Flughöhen von 50 bis 27.000 Metern bekämpfen. Eine typische FK-3-Batterie besteht aus einem Radarfahrzeug sowie drei mit je vier Raketen bestückten Abschussfahrzeugen. Pro Batterie können sechs Luftziele gleichzeitig bekämpft werden. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic sagte dazu im Deutschlandfunk, die neuen Systeme seien der „Stolz des serbischen Militärs.“

Laut der staatlichen chinesischen Global Times handelt es sich bei dem Vorgang um eine „beispiellose Auslandsoperation“ der chinesischen Luftwaffe. Es sei ein neuer Rekord, sechs Xian Y-20 ins Ausland zu schicken. Bei vergleichbaren Missionen außerhalb Chinas seien maximal zwei Flugzeuge eingesetzt worden. Die beiden Flüge nach Serbien und zurück würden eine „signifikante Verbesserung der strategischen Langstreckentransportfähigkeiten“ der chinesischen Luftstreitkräfte zeigen, so das Staatsmedium.