Zahlreiche Fälle des bei US-Diplomaten aufgetretenen sogenannten Havanna-Syndroms lassen sich laut Medienberichten nicht auf einen ausländischen Angriff zurückführen. Wie die New York Times und der Sender NBC am Mittwoch unter Berufung auf Beamte des US-Auslandsgeheimdienstes CIA berichteten, seien in hunderten Fällen „plausible und alternative Erklärungen“ gefunden worden. Die Ermittlungen zu etwa 20 bislang ungeklärten Fällen dauern demnach jedoch an.

Laut den CIA-Quellen handle es sich um einen Zwischenbericht, der noch keine endgültigen Erkenntnisse liefere, berichteten die Medien. „Obwohl wir zu wichtigen Zwischenergebnissen gekommen sind, sind wir noch nicht fertig“, wurde CIA-Direktor William J. Burns von der New York Times zitiert. Eine Opfergruppe sagte der Zeitung, dass die Zwischenergebnisse der CIA „nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit sein können und dürfen“.

Havanna-Syndrom: Donald Trump berief US-Diplomaten in Kuba ab

Die ersten Fälle des Havanna-Syndroms waren 2016 bei Diplomaten in der kubanischen Hauptstadt aufgetaucht. Dutzende kanadische und US-Diplomaten sowie deren Angehörige in Havanna litten unter Gesundheitsproblemen wie Benommenheit, Müdigkeit und Kopfschmerzen sowie Hör- und Sehproblemen. Die Angelegenheit kam erst ein Jahr später ans Licht, als der damalige US-Präsident Donald Trump als Reaktion auf die Vorfälle die meisten US-Diplomaten aus Havanna abberief.

Nach dem ersten Auftreten auf Kuba wurden Fälle aus China, Deutschland, Australien, Russland, Österreich und sogar in Washington gemeldet. Die Behörden in Kanada und den USA hatten zunächst mysteriöse „Akustik-Attacken“ als Ursache vermutet, hinter denen Russland stecken könnte. US-Außenminister Antony Blinken kündigte im November an, „Licht ins Dunkel“ zu bringen. Er betraute zwei erfahrene Diplomaten mit dem Fall.