Berlin - In großen Teilen Deutschlands ist Einkaufen nach dem Click-and-Meet-Prinzip ab Montag möglich. In Berlin bleiben die Geschäfte heute noch zu, der Frauentag ist ein Feiertag. Somit heißt es für Berlin: Click and Meet ist ab Dienstag, den 9. März 2021 möglich. Wie funktioniert das zunächst umständlich anmutende Prinzip und wie gehen die Händler damit um?

Click and Meet ist eine Weiterentwicklung des Click-and-Collect-Konzeptes, das mittlerweile und in Abhängigkeit der jeweiligen Inzidenzwerte in allen Bundesländern erlaubt ist. Hier dürfen Produkte telefonisch oder im Internet bestellt und dann im Geschäft abgeholt werden. Das Click-and-Meet-Konzept sieht vor, dass Geschäfte wieder öffnen dürfen. Die Anzahl der Kunden, die den jeweiligen Laden gleichzeitig betreten dürfen, hängt von der Größe der Verkaufsfläche ab. Je mehr Quadratmeter, umso mehr Kunden dürfen gleichzeitig eingelassen werden. Alle Kunden müssen zudem ihre Kontaktdaten hinterlassen.

Termine können auch spontan und direkt vor Ort vergeben werden

Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung der jeweiligen Geschäfte, ob sie ihre Termine per Anruf, per Mail, via Facebook oder WhatsApp vergeben. Auch spontanes Nachfragen nach einem freien Termin am Eingang ist offenbar problemlos möglich. So heißt es etwa bei Mediamarkt: „Sie können telefonisch einen Termin vereinbaren oder auch spontan direkt vor Ort und sicher bei uns im Markt einkaufen.“

Beim Kleidungsriesen H & M hingegen sind Terminvereinbarungen aktuell nur über die Internetseite des Unternehmens oder aber telefonisch möglich. Die Nachfrage ist offenbar so groß, dass die Server versagen. Am Montag hieß es auf der Internetseite: „In ausgewählten Geschäften bieten wir Click and Meet, entsprechend der geltenden Regularien, an. Aufgrund der hohen Buchungsanfrage kann es momentan zu Serverproblemen kommen. Sollte der Link überlastet sein, melde dich bitte telefonisch bei unserem Kundenservice, dort wird dir weitergeholfen.“

Handelsverband Deutschland kritisiert das Click-and-Meet-Prinzip

Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert den Click-and-Meet-Beschluss unterdessen. Ein Einkauf mit Terminvereinbarung im Einzelhandel sei „kein deutlicher Schritt hin zu der lange überfälligen Öffnungsstrategie“, schrieben HDE-Präsident Josef Sanktjohanser und Hauptgeschäftsführer Stefan Genth nach Angaben des Verbandes an Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). Für die allermeisten Geschäfte seien die damit verbundenen Personal- und Betriebskosten höher als die Umsätze.

Der Deutschland-Chef des Elektronikhändlers MediaMarktSaturn, Florian Gietl, beklagte den bürokratischen Aufwand, der mit Terminshopping verbunden sei. Es handle sich um „eine weltfremde Lösung, die für Händler mit größeren Flächen kaum wirtschaftlich umsetzbar ist“.

Auch Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann warnte, für die allermeisten größeren Unternehmen seien die Personal- und Betriebskosten bei niedrigen Kundenfrequenzen höher als die Umsätze. Deutschlands größter Parfümeriehändler Douglas kündigte dagegen an, ab „spätestens Dienstag den Service Click and Meet in einem Teil seiner deutschen Filialen anzubieten“.