Berlin - In Berliner Clubs darf seit Mittwoch nicht mehr getanzt werden. Das sehen schärfere Regeln vor, die angesichts hoher Corona-Infektionszahlen greifen. Nach Einschätzung der Berliner Clubcommission könnten nun etliche Häuser wieder vorübergehend zumachen. „Die meisten werden schließen“, sagt Verbandsprecher Lutz Leichsenring. Manche könnten auf Restaurants oder den Barbetrieb setzen, andere hätten diese Alternativen nicht.

Neben den ökonomischen Schäden sei das für viele Betreiber auch psychisch eine große Belastung. Auch die Betreiber wünschten sich eine sichere Lösung, sagte Leichsenring der Deutschen Presse-Agentur. Das Tanzverbot, das in den Innenräumen von Clubs nun gilt, hält er aber für keine sinnvolle Lösung. Seiner Meinung nach könnte sich das Tanzen nun in Privatwohnungen und Partykeller verlagern. „Das wird unweigerlich passieren.“

Ähnliches Modellprojekt lief bereits im Sommer

Der Verband würde das Tanzen in Clubs gerne mit PCR-Tests ermöglichen. Ähnliches hatten mehrere Clubs schon in einem Modellprojekt im Sommer ausprobiert. Sie hätten auch mit Anbietern gesprochen – die Kapazitäten seien vorhanden, sagte Leichsenring. Ein Testergebnis könne man innerhalb von vier bis fünf Stunden bekommen.

Die Clubcommission hofft dabei auf Unterstützung der künftigen Landesregierung und der neuen Gesundheitssenatorin. Kurz vor Weihnachten soll Franziska Giffey (SPD) zur neuen Regierenden Bürgermeisterin gewählt werden. Als künftige Gesundheitssenatorin ist die hessische Grünen-Politikerin Ulrike Gote vorgeschlagen. Bisher hat Dilek Kalayci von der SPD das Amt inne. In Berlin lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut am Mittwoch bei 342,7.