Der Fußballspieler Jake Daniels hat als erster Profi in der britischen Liga seit über drei Jahrzehnten seine Homosexualität öffentlich gemacht. „Ich habe mein Leben lang gewusst, dass ich schwul bin“, schrieb der 17-Jährige in einer Mitteilung auf der Website des Fußball-Zweitligisten Blackpool FC: „Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich bereit für mein Coming-out bin – und dafür, ich selbst zu sein.“

Dies als einer der ersten aktiven englischen Fußballspieler zu tun, sei für ihn ein „Schritt ins Ungewisse“, fügte Daniels an, der in der laufenden Saison seinen ersten Profi-Einsatz absolvierte. Er sei unter anderem vom Australier Josh Cavallo und dem Wasserspringer Tom Daley inspiriert worden und habe große Unterstützung von seinem Klub und seiner Familie erfahren.

Topklubs und Boris Johnson zollen Jake Daniels Respekt

Die Fifa, die Uefa sowie etliche englische Topklubs zollten Daniels großen Respekt, und selbst der britische Premierminister Boris Johnson meldete sich per Twitter zu Wort. „Ich danke dir für deinen Mut, Jake“, schrieb Johnson: „Du wirst für viele eine Inspiration sein – sowohl auf als auch abseits des Spielfelds.“

Daniels gab an, es sein Leben lang gehasst zu haben, „zu lügen und das Gefühl zu haben, mich anpassen zu müssen“. Er wolle ein Vorbild sein für Personen im selben Umfeld, die sich noch nicht wohl bei dem Gedanken fühlen, ihre Sexualität zu offenbaren: „Du selbst und glücklich zu sein zählt am meisten.“

Homosexualität im Männer-Fußball ist Tabuthema

Homosexualität ist im Profi-Männerfußball bis heute weitgehend ein Tabuthema. In Deutschland war der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger im Jahr 2014 der erste Profifußballer, der nach seinem Karriereende bekannt gab, schwul zu sein.

Hitzlsperger begrüßte Daniels’ Schritt im Kurznachrichtendienst Twitter mit den Worten: „Gut gemacht, Jake Daniels! Hab’ eine wunderbare Karriere!“ Er lobte auch den FC Blackpool für dessen Unterstützung.