Kochshows boomen. Im linearen Fernsehen, in sozialen Netzwerken und längst bei Streamingdiensten. Die neuste Veröffentlichung? „Cooking with Paris“ auf Netflix. Die amerikanische Hotelerbin Paris Hilton zeigt sich darin allerdings anders als ihre vielen Vorgänger, zu denen neben dem Koch Gordon Ramsay ebenfalls der Rapper Snoop Dogg und der Moderator Jan Böhmermann zählen.

Bevor es zum Einkaufen geht, schreibt Hilton zunächst mit kinderzimmerbunten Stiften Rezepte ab und isst Cornflakes, die wie Hundefutter aussehen. Erst mit der richtigen Liste an Zutaten kann sie schließlich Richtung Farmers Market stöckeln und neben Kuscheltiereinhörnern Trüffel und Kaviar kaufen. Letzterer ist vor allem für die sechs kleinen Hunde, die zu Hause vor dem großen Gasherd herumhüpfen. Gekocht wird dann für die Freundinnen: TV-Realitystar Kim Kardashian, Sängerin Demi Lovato, Rapperin Saweetie. Sie stehen in je einer der sechs 30-minütigen Folgen an pinken Brettern und hacken Zwiebeln. In der mit Marmor gefliesten Küche ist alles so rosa, glitzernd, als stünde man mit Barbie im Traumhaus und Hilton spielt darin die perfekte Hausherrin in Haute Couture, eine perfekt schmollmündige Prinzessin mit den perfekten Frühstücksflocken.

Paris Hilton sagt: „It's dope“

Immer wieder guckt jedoch die Realität um die Ecke. Wenn etwa die Blusenärmel im Teig landen oder der Standmixer raucht, weil der Salzstreuer-Deckel mitgemischt wurde. Die Gerichte werden dennoch gegessen, und zum Nachtisch gibt es stets etwas bunt Glitzerndes aus Zucker. „It's dope“, sagt Hilton. Und das scheint sie zu brauchen. 

Denn am Ende geht es in „Cooking with Paris“ natürlich nicht wirklich ums Essen. Und man guckt ja auch nicht wegen des Kochens zu, sondern im Gegenteil wegen Hiltons herrlicher Unlust daran. Mit 40 nicht zu wissen, wie das Gerät heißt, das mixt – großartig! Wer am Wochenende Unterhaltung sucht, kann sich hier einschalten – und dazu gleich eine Pizza bestellen.