Schorfheide - Nach dem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Schorfheide am Werbellinsee hat sich Bürgermeister Wilhelm Westerkamp für eine Impfpflicht von Pflegekräften ausgesprochen. Zwar sei er dafür, dass das Impfen generell freiwillig bleibe. Es könne jedoch dort keine Freiwilligkeit geben, wo man andere Menschen gefährde, sagte Westerkamp (Bündnis Schorfheide) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Eine Impfpflicht für Pflegekräfte halte er daher für sinnvoll. Mit Blick auf das Geschehen in dem Heim sagte Westerkamp: „Ich bin baff und entsetzt.“

In dem Heim im Nordwesten Brandenburgs sind nach einem Corona-Ausbruch zwölf Bewohner im Zusammenhang mit einer Ansteckung gestorben. 44 Bewohner und 17 Mitarbeitende sind laut dem Landkreis Barnim positiv auf das Virus getestet worden. Nach Kreis-Angaben liegt die Impfquote der Mitarbeitenden laut Amtsärztin Heike Zander bei 50 Prozent. Weitere PCR-Testergebnisse werden bis spätestens Donnerstag erwartet.

Personal wird seit dem Ausbruch täglich auf Corona getestet

Nach Angaben des Kreises wird das Personal in dem Heim seit Bekanntwerden des Ausbruchs täglich auf das Virus getestet. Das Kabinett hatte am Dienstag eine tägliche Testpflicht für nicht geimpfte oder nicht genesene Pflegekräfte ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 beschlossen. Dies gelte unabhängig von der Inzidenz auch bei akuten Corona-Ausbrüchen.

Wie viele der erkrankten Bewohner aktuell im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist bislang offen. Zu Beginn der Ansteckungen seien zwei Bewohner ins Krankenhaus gekommen, sagte Kreissprecher Robert Bachmann. Die Hausärzte der Bewohner entschieden über die Einweisung.