Immer mehr Menschen zahlen bargeldlos. Neben der klassischen Kartenzahlung werden auch Methoden via Smartphone immer beliebter.
Foto: Imagoimages/Ute Grabowsky

BerlinWährend der Corona-Pandemie hat sich die Entwicklung von Bargeldzahlungen hin zu digitalen Zahlungsmethoden weiter verstärkt. Das geht aus dem World Payments Report 2020 hervor, der am Dienstag von der Management- und IT-Beratung Capgemini veröffentlicht wurde.

„Covid-19 hat das Innovationstempo im Zahlungsverkehr beschleunigt. Mehr denn je müssen Dienstleister aus diesem Bereich Schnelligkeit, Bequemlichkeit und ein hervorragendes Kundenerlebnis von Anfang bis Ende in den Vordergrund stellen“, sagt Christian Drevenstedt, Experte für den Zahlungsverkehr bei Capgemini in Deutschland.

Bargeldlose Zahlungen auf Höchststand

Schon vor der Corona-Krise hatte sich der Trend zum Bezahlen ohne Scheine und Münzen auch in Deutschland und im Euroraum verstetigt. 98 Milliarden Zahlungen im Währungsraum der 19 Staaten im Gesamtwert von gut 162 Billionen Euro wurden 2019 nach EZB-Angaben bargeldlos abgewickelt. Das waren 8,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Pandemie sorgte für einen weiteren Schub bei digitalen Bezahlverfahren.

Von 2018 bis 2019 stiegen diese Zahlungen um 14 Prozent auf 708,5 Milliarden Transaktionen. Das ist die höchste Wachstumsrate der letzten zehn Jahre.

Der asiatisch-pazifische Raum übertraf Europa und Nordamerika mit seiner Wachstumsrate von 24,7 Prozent und war 2019 die Region mit den meisten bargeldlosen Transaktionen (243,6 Milliarden). Der Anstieg ist auf die zunehmende Nutzung von Smartphones, den boomenden E-Commerce, die Einführung von digitalen Geldbörsen (sogenannten Wallets) und Innovationen im Bereich Mobile-/QR-Code-Zahlungen zurückzuführen. Führend sind hier China, Indien und andere asiatische Märkte in Südostasien mit insgesamt 31,1 Prozent Wachstum.

Mehr als 8600 Verbraucher nahmen an der Umfrage teil. Eine zusätzliche Onlineumfrage bei Banken, Fintechs, Zahlungsverkehrsdienstleistern lieferte Daten von 235 Befragten. Außerdem wurden 45 Führungskräfteinterviews mit Banken, Zahlungsfirmen, Kartenunternehmen wie Visa oder Mastercard, Technologiedienstleistern und Einzelhändlern durchgeführt.