BerlinBerlin hat als erstes Bundesland eine Übersicht darüber erstellt, wer zuerst geimpft werden könnte, wenn die Zulassung der beiden Impfstoff-Kandidaten wie erwartet im Dezember erfolgt ist. Auch dazu gehören Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Supermärkten. Das geht aus einem Papier der Gesundheitsverwaltung hervor, über das rbb als erstes berichtet.

Demnach kalkuliert Berlin mit 900.000 Impfdosen bei Impfstart. Damit sollen alle Menschen aus sogenannten vulnerablen Gruppen, die das wollen, in einem ersten Schritt geimpft werden. Zur priorisierten Gruppe werden voraussichtlich alle Menschen gehören, die wegen ihres Alters oder ihrer Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko haben, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Laut Zahlen des Statistischen Landesamts gehören dazu die 386.884 Berlinerinnen und Berliner, die älter als 75 Jahre sind.

Zuerst sollen auch Mitarbeitende von stationären und ambulanten Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Altenheimen und Arztpraxen geimpft werden. Ihre Zahl schätzt die Gesundheitsverwaltung auf mindestens 107.216. Hinzu kommen 70.767 Personen, die in „Bereichen der Daseinsvorsorge“ arbeiten, wie etwa im Supermarkt. Auch Menschen, die „zur Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen“ gebraucht würden, dürfen sich zuerst impfen lassen. Dazu werden beispielweise Mitarbeitende des Justizvollzugs gezählt.

Insgesamt könnten also laut den Berechnungen der Gesundheitsverwaltung in einem ersten Schritt 564.867 Menschen geimpft werden. Die Impfung bleibt dabei freiwillig und muss in zwei Schritten verabreicht werden.

Bisher geht die Gesundheitsverwaltung davon aus, dass ab Frühjahr oder Sommer 2021 auch in Hausarztpraxen geimpft werden kann.

Für die Regelung einer Reihenfolge auf Bundesebene erstellt das Bundesgesundheitsministerium gerade einen Impfplan für ganz Deutschland. Um zu klären, welche Berufsgruppen bevorzugt werden sollen, wartet das Ministerium die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) ab, die noch nicht veröffentlicht wurde.