Berlin - In Südbrandenburg hat die Verlegung von Covid-19-Patienten in Berliner Krankenhäuser begonnen. Koordiniert von der Leitstelle Lausitz würden 51 Patienten verlegt, teilte die Stadt Cottbus mit. Darunter seien 13 aus dem örtlichen Carl-Thiem-Klinikum sowie weitere Patienten aus Krankenhäusern in Senftenberg, Finsterwalde und Lübben. Die Erkrankten wurden in Covid-19-Abteilungen, aber nicht auf Intensivstationen behandelt. Beteiligt sind Krankentransporter der Johanniter, des Deutschen Roten Kreuzes sowie des Katastrophenschutzes.

Mit der Aktion sollen die Kliniken in sogenannten Hotspot-Landkreisen entlastet werden, wie die Stadt mitteilte. Mit 518,5 Ansteckungen pro 100.00 Einwohner innerhalb einer Woche verzeichnete der Landkreis Elbe-Elster am Freitag den höchsten Wert in Brandenburg Danach folgten die Landkreise Oberspreewald-Lausitz mit 446,2 und Spree-Neiße mit 444,1. Alle drei Landkreise liegen im Süden des Bundeslandes.

Wegen des drohenden Engpasses in den Kliniken hatte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag in Berlin um Unterstützung gebeten. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte dies zugesagt. „Wir haben in Berlin rund 2300 Betten auf Normalstationen frei“, sagte sie.

Auch Sachsen-Anhalt nimmt in den kommenden Tagen Covid-19-Patienten aus benachbarten Bundesländern auf, die selbst Engpässe bei Intensivbetten haben. Innerhalb einer Länder-Verabredung sollen Anfang kommender Woche 30 Patientinnen und Patienten aus Sachsen und Thüringen verlegt werden, hatte ein Sprecher des Innenministeriums am Donnerstag in Magdeburg angekündigt.

Schon vor Wochen hatten die Länder verabredet, einander bei der Behandlung von Corona-Patienten unter die Arme zu greifen, um die Überforderung einzelner Krankenhäuser aufzufangen. Dafür wurde Deutschland in fünf Regionen unterteilt, die Kleeblätter genannt werden. Im Osten bilden Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg eine Unterstützungsregion.