Berlin - Weil ihm in der Corona-Krise nahezu alle Einnahmen weggefallen sind, hat ein Berliner Projekt- und Produktionsleiter die ersten Bundesländer auf Entschädigung verklagt. Zwei Klagen wurden schon verschickt, Berlin bekommt die dritte. Insgesamt verklagt er zwölf Bundesländer, in denen er im Jahr 2020 nachweislich Aufträge gehabt hätte, auf Entschädigung. Der Mann heißt Dany Rau und ist in der Veranstaltungsbranche tätig. Über seinen Fall berichtete aktuell der RBB. 

Ob Rau mit seinen Klagen Erfolg haben wird, ist völlig offen. Unterstützt wird er aber von der „Interessengemeinschaft der selbständigen DienstleisterInnen in der Veranstaltungswirtschaft“ (ISDV). Der Verein vertritt Selbständige und Freiberufler und zahlt laut dem Bericht dem Mann die Anwaltskosten –in der Hoffnung, dass damit ein Präzedenzfall geschaffen wird, auf den sich andere Selbständige, die ebenfalls seit fast einem Jahr ohne Einkünfte sind, berufen können.

Raus letzter Auftrag sei am 14. März gekommen. Einzig die Coronahilfe I vom Land Berlin habe er in voller Höhe behalten dürfen, wie er im Interview mit dem Sender sagte. Die Hilfen vom Bund seien keine Unterstützung gewesen, da sie lediglich die laufenden Betriebskosten gedeckt hätten.

Rau will nicht die Corona-Maßnahmen anzweifeln oder das Virus verharmlosen. Er ist aber der Meinung, dass man unter Beachtung der Hygieneregeln Veranstaltungen stattfinden lassen könne. Dazu gebe es auch Studien, wie etwa „restart19“ aus Leipzig: Der Sänger Tim Bendzko hatte dafür im Sommer in Leipzig ein Testkonzert unter Corona-Bedingungen gegeben. Ergebnis der Studie: Wenn beispielsweise in einer Halle alle Maßnahmen eingehalten werden und die Halle auch mit einer guten Lüftung ausgestattet ist, sind Großveranstaltung auch in einer Pandemie, wie wir sie aktuell erleben, möglich.