Berlin ist nicht immun gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie.
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BerlinDie durch Corona ausgelöste weltweite Wirtschaftskrise hat die positiv verlaufende Berliner Exportentwicklung des Vorjahrs jäh gestoppt. Die Pandemie könnte die Exporte 2020 um insgesamt drei Prozent drücken. Dies geht aus einer Studie der Investitionsbank Berlin hervor. Die Schließung von Produktionsanlagen, die Unterbrechung von Lieferketten und der allgemeine Nachfrageeinbruchs belasten den Welthandel stark.

Besonders pharmazeutische und chemische Produkte aus der Hauptstadt sind in den Zeiten der Pandemie gefragter denn je und eine wichtige Stütze der Industrie. Aber auch Berlin ist nicht immun gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie.

Vor allem die Exporte in die USA, die in diesem Zeitraum um 20,6 Prozent gefallen sind, belasten den Außenhandel. Wenn der Welthandel in der zweiten Jahreshälfte langsam wieder anspringt, rechnen die IBB-Volkswirte für 2020 mit einem Rückgang der Berliner Exporte um insgesamt drei Prozent. Im Jahr 2019 stiegen die Berliner Ausfuhren nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes dagegen noch um knapp ein Prozent, der erste Anstieg nach zwei Rückgängen in Folge.

Positiv haben sich 2019 vor allem die Ausfuhren der Pharmazeutischen Produkte entwickelt. Hier wurde ein Anstieg von 14 Prozent verzeichnet. Überhaupt sind pharmazeutische Produkte mit einem Anteil von 14 Prozent an allen Berliner Ausfuhren das wichtigste Berliner Exportgut. Auch die Exporte von medizinischen Geräten konnten deutlich um rund zwölf Prozent gesteigert werden. Beide Warengruppen gehören zum hochspezialisierten und international anerkannten Cluster Gesundheitswirtschaft, der Teil der gemeinsamen Berlin-Brandenburger Innovationsstrategie ist. Einen starken Rückgang in Höhe von 253 Millionen Euro (minus 45 Prozent) gab es dagegen beim Export von Rohtabak und Tabakerzeugnissen. Grund war die Schließung eines Produktions-Standorts in Berlin.

USA mit Abstand wichtigster Partner

Die USA blieben 2019 mit einem Exportanteil von elf Prozent und einem Ausfuhrvolumen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro das mit Abstand wichtigste Abnehmerland für Berliner Produkte. Allerdings verzeichneten die Berliner US-Exporte mit einem Rückgang um 10,3 Prozent den stärksten Einbruch seit der Finanzkrise 2008/2009. 

China, das zweitwichtigste Berliner Exportland, holte 2019 mit einem Exportvolumen von 969 Millionen Euro (plus fünf Prozent) weiter auf. Das Land benötigt einen breiten Mix an hochwertigen Waren und Technologien aus Deutschland. Die wichtigsten Absatzgruppen sind spezialisierte Fahrgestelle und Motoren (145 Millionen Euro) sowie pharmazeutische Erzeugnisse (140 Millionen Euro). In Gesundheitsfragen vertraut China Berlin: Die Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten ( plus 63 Prozent) sowie nach medizinischen Geräte und orthopädischen Vorrichtungen (plus 25 Prozent) stieg kräftig.