Proteste der Corona-Gegner am 1. August.
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BerlinAm 29. August wollen Gegner der Corona-Politik erneut in Berlin auf die Straße gehen. Die Demonstranten wollen ab 11 Uhr durch Berlin-Mitte ziehen und sich am Nachmittag auf der Straße des 17. Juni versammeln. Die Demo trägt den Titel „Versammlung für die Freiheit“. Bei der Polizei sind 17.000 Teilnehmer angegeben. Die folgende Kundgebung wurde von der Stuttgarter Initiative Querdenken 711 angemeldet - mit 22.500 Teilnehmern. 

Gegen die Demo seien eine Vielzahl von Gegenkundgebungen angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin. Am Brandenburger Tor etwa ist eine Kundgebung mit dem Motto „Wir setzen ein Zeichen für unsere gegenseitige Verantwortung“ geplant. Weitere Demonstrationen an verschiedenen Orten sind ebenfalls bei der Polizei angemeldet.

Die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ erwartet unter den Teilnehmern der Corona-Demo auch „Anhänger von Verschwörungserzählungen, Rassisten, Islamfeinde, Antisemiten, Holocaustleugner und extreme Rechte“.

Debatten gab es um eine Demonstration am Reichstagsgebäude, die bei der Polizei nur mit dem Titel „Nie wieder Faschismus“ und 1000 Teilnehmern angemeldet ist. Die Vereinigung „Berlin gegen Nazis“ erklärte über Twitter, von einer dortigen Veranstaltung sei ihnen nichts bekannt. Daher ordne man die Kundgebung dem anderen Lager zu: „Wir gehen hier von einer der zahlreichen Anmeldungen aus dem Reichsbürger- oder dem rechtsoffenen Spektrum aus.“

Polizei kündigt Großeinsatz an

Wegen der Corona-Pandemie gelten die derzeit üblichen Auflagen wie Maskenpflicht und Abstandsregeln bei allen Veranstaltungen. Die Polizei kündigte bereits einen größeren Einsatz an.

Allerdings hatten sich bei der vorherigen Demonstration am 1. August zahlreiche der rund 20.000 Teilnehmer nicht an diese Bestimmungen gehalten. Trotz Hinweisen von Polizei und Veranstaltern waren kaum Menschen mit Mund-Nasen-Schutz zu sehen. Demonstranten riefen „Masken weg“. Die Polizei löste die Abschlusskundgebung daher vorzeitig auf. Bundespolitiker kritisierten die Teilnehmer als fahrlässig.

Die Initiative Querdenken 711 demonstrierte bereits mehrfach in Stuttgart. Im Internet bietet sie auch für die Demonstration am 29. August wieder zahlreiche Busfahrten nach Berlin an. Genaue Zahlen gebe es aber erst an dem Wochenende.

Nach der Demonstration am 1. August wurde auch über die Zahl der Teilnehmer heftig gestritten. Während die Polizei von 20.000 sprach, wurde auf der Kundgebungsbühne erst von 800.000, dann von 1,3 Millionen Menschen geredet. Die Debatte kochte auch im Internet hoch. Auf Fotos war zu sehen, dass auf der Straße des 17. Juni zwar viele Menschen standen. Bei genauerer Betrachtung wurde aber klar, dass die Menge keineswegs dicht gedrängt stand, sondern besonders im hinteren Teil große Lücken waren.