Corona-Demos in Berlin: Das Wichtigste in Kürze

  • Laut der Polizei sind für Samstag und Sonntag insgesamt fast 100 Versammlungen angemeldet worden.
  • Die Polizei hat 13 Demonstrationen verboten, darunter mindestens neun, die von der „Querdenker“-Szene angemeldet wurden.
  • Trotz der Verbote ziehen am Sonntag mehrere Hundert Demonstranten aus Protest gegen die Corona-Politik durch Berlin. Schwerpunkte sind aktuell die Torstraße, Prenzlauer Berg und der Potsdamer Platz. Mehrere Menschen wurden festgenommen.
  • Am Sonntag kam es zu circa 80 Festnahmen von Demonstranten.
  • Insgesamt sind an den beiden Tagen mehr als 4200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Etwa 2000 Beamte an je einem Tag. Auch Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern wurden hinzugezogen.

Sonntag, 29. August

Wir beenden hiermit unseren Newsblog.

19.14 Uhr: Die Kundgebungen am Leipziger Platz und am Alexanderplatz sind beendet. Die Demonstrationen lösen sich auf.

18 Uhr: Die Polizei zieht am Sonntagabend eine erste Bilanz für den Tag: 80 vorübergehende Festnahmen von Demonstranten. Es kam zu mehreren, kleinen Attacken gegen Polizisten, darunter ein Steinwurf auf das Presseteam der Polizei. Kein Beamter wurde verletzt. Derzeit werden immer noch mehrere Hundert Personen in Prenzlauer Berg im Bereich Rykestraße festgehalten und überprüft. Abgesehen von ein paar Personengruppen in der Stadt ist es in Berlin derzeit weitgehend ruhig. 

17.25 Uhr: Die Polizei hat in Prenzlauer Berg im Bereich der Rykestraße mehrere hundert Personen festgesetzt, die jetzt überprüft werden. „Die Personen müssen mit Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung und das Versammlungsfreiheitsgesetz rechnen“, schreibt die Polizei auf Twitter.

17.15 Uhr: Aktuell sind wieder mehr Menschen in Prenzlauer Berg unterwegs, gerade auf der Danziger Straße und der Prenzlauer Allee. Immer wieder stoppt die Polizei Personengruppen. Straßen werden temporär abgesperrt, um die Protestler am Durchkommen zu hindern. Gerade ist wieder die Danziger Straße dicht. Die Stimmung ist zum Teil aggressiv. Beamte bekamen auf der Prenzlauer Allee einen Steinwurf ab.

16.32 Uhr: Erste Bilanz: Bislang gab es an diesem Sonntag etwa 80 Festnahmen, so die Polizei Berlin

16.30 Uhr: Aktuell gibt es in Berlin zwei große Demozüge, auf die sich laut Polizei das Geschehen konzentriert. Im Bereich Torstraße befinden sich 1000 Protestler, die unter anderem der „Querdenker“-Szene zugordnet werden. Etwa so viele Menschen laufen über die Prenzlauer Allee. Die Danziger Straße ist vorübergehend wieder frei. Doch immer wieder sperrt die Polizei Straßen ab, um die Demozüge zu zerstreuen. Ein Polizeihubschrauber ist immer noch im Einsatz.  

15.52 Uhr: Viele Demonstranten wollen nach wie vor zum Reichstagsgebäude. Die Polizei hat deswegen mehrere Straßen in Berlin abgesperrt, darunter auch die Danziger Straße in Prenzlauer Berg, wo viele Protestler aktuell aufgehalten werden.

15.45 Uhr: Einer unserer Reporter, der vor Ort ist, berichtet, dass er mehrfach von Demonstranten belästigt und gestört wurde.

15.30 Uhr: Ein Demonstrationszug wurde von der Karl-Marx-Allee weiter auf die Landsberger Allee geleitet.

14.54 Uhr: Da die Karl-Marx-Allee ab Höhe Straße der Pariser Kommune blockiert ist, biegt ein Teil des  Demonstrationszugs rechts ab in die Straße der Pariser Kommune Richtung Volkspark Friedrichshain.

Benjamin Pritzkuleit
Die Polizei sperrt die Karl-Marx-Allee, der Demozug kommt nicht weiter.

14.52 Uhr: Die Polizei spricht offiziell von „mehreren Tausend“ Demonstranten, die sich am Nachmittag am Bersarin- und am Strausberger Platz versammelt haben, um über die Karl-Marx-Allee zu ziehen. Intern geht man bei der Polizei von 5000 bis 6000 Demonstranten aus.

14.48 Uhr: Auf der Landsberger Allee geraten Demonstranten mit Anwohnern aneinander.

Benjamin Pritzkuleit
Demonstranten und Anwohner an der Landsberger Allee geraten aneinander.

14.47 Uhr: Der Demozug kommt am Strausberger Platz nicht weiter. Einige Demonstranten laufen zurück zum Alexanderplatz. Die Polizei beobachtet das Geschehen, die Lage ist ruhig.

14.38 Uhr: Polizeihubschrauber kreisen über Friedrichshain und Prenzlauer Berg und machen Livebilder von der Lage.

14.37 Uhr: Die Versammlung am Leipziger Platz bleibt mit wenigen Hundert Teilnehmern recht klein. Die Polizei weist mit Lautsprecherdurchsagen auf Abstände und Maskenpflicht hin.

14.36 Uhr: Ein Gangster-Rapper im Einsatz für die Ordnung: Sänger Gzuz hat in Berlin Demonstranten gegen die Corona-Politik dazu aufgerufen, die Vorschriften einzuhalten. „Wahrt die Abstände“ und „Ihr habt alle keine Maske“, rief er den Demonstranten von einem Café aus zu. „Angela Merkel – best in the world“, ergänzte er.

14.24 Uhr: Ein langer Zug, sicherlich mehr als 1000 Menschen, zieht die Alexanderstraße entlang Richtung Strausberger Platz. Ein Polizeitrupp mit Video wird ausgebuht: „Schande, schämt euch“. Die Demonstranten rufen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Freiheit klaut“. Ein weiterer Zug zieht von der Landsberger Allee Richtung Strausberger Platz.

Maritta Tkalec
Der Demozug, der sich in Richtung Strausberger Platz bewegt

14.21 Uhr: Der zwischenzeitlich festgenommene Rechtsanwalt Markus Haintz ist wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen. „Der Vorwurf gegen mich, ein Rädelsführer zu sein, wurde fallen gelassen“, sagte er der Berliner Zeitung. „Ich habe auch keinen Platzverweis bekommen.“ Haintz, der selbst auch von den Demonstrationen im Internet streamt, hatte sich zuvor eine längere Diskussion mit Polizeisprecher Thilo Cablitz darüber geliefert, welche Presseausweise gültig sind.

14.10 Uhr: Am Alexanderplatz ist es noch weitgehend ruhig. Die Partei „Die Basis“ hält hier ebenfalls eine Veranstaltung ab. Offenbar sollen mehrere Demonstrationszüge Richtung Alexanderplatz unterwegs sein.

14 Uhr: Nach Informationen der Berliner Zeitung handelt es sich bei dem Festgenommenen um den Querdenken-Anwalt Markus Haintz.

13.50 Uhr: Der Demozug aus Prenzlauer Berg orientiert sich jetzt Richtung Friedrichshain und wird von viel Polizei begleitet.

Benjamin Pritzkuleit
Demo-Teilnehmer, die von der Danziger Straße kommen, haben den S-Bahnhof Landsberger Allee erreicht.

13.45 Uhr: Update von der Polizei Berlin: Insgesamt sind mehrere Tausend Menschen in der Stadt unterwegs. Ein Hubschrauber ist im Einsatz. Neben der Danziger Straße konzentriert sich das Geschehen jetzt auf den Alexanderplatz und den Hackeschen Markt. Auf beiden Plätzen haben sich mehrere Hundert Menschen versammelt, viele von ihnen werden der „Querdenker“-Szene zugeordnet.

13.40 Uhr: Die Kundgebung am Leipziger Platz verläuft ruhig. Etwa 300 Menschen hören einer Veranstaltung der Partei „Die Basis“ zu.

13 Uhr: Es gibt weitere Festgenommene, unter ihnen ist nach Angaben von anwesenden Journalisten auch der Anwalt Markus Haintz, der die „Querdenken“-Bewegung vertritt. Die Polizei dementiert das auf Anfrage nicht, kann es aber auch nicht bestätigen. Eine genaue Anzahl von Festnahmen nennt die Pressestelle der Polizei nicht.

12.45 Uhr: Mehrere Hundert Demonstranten laufen aktuell noch durch den Prenzlauer Berg (Danziger Straße). Andere machen sich auf den Weg zum Leipziger Platz und Potsdamer Platz. Wie von vor Ort berichtet wird, schützt die Polizei die Demos, geht aber deeskalierend vor.

12.30 Uhr: Demonstranten laufen laut Polizei jetzt auch Richtung Rosenthaler Platz. Der Polizeihubschrauber ist im Prenzlauer Berg deutlich zu hören. Offenbar versuchen die Protestler, Richtung Reichstagsgebäude zu kommen. Im Regierungsviertel gibt es bisher kaum Demonstranten. Darüber hinaus hat die Polizei die ersten Personen festgenommen. Ein genaue Zahl an Festnahmen wurde nicht genannt.

12.15 Uhr: Die Polizei versucht, die Demonstranten zum Leipziger Platz zu schicken, wo die Partei „Die Basis“ eine Veranstaltung abhält. Der Polizeihubschrauber ist im Einsatz.

12.05 Uhr: Demonstranten liefern sich Wortgefechte mit der Polizei. Ein paar Hundert Menschen, die der „Querdenken“-Szene zugeordnet werden, laufen jetzt von der Bernauer Straße Richtung Prenzlauer Berg. Die ersten  haben den Arkonaplatz erreicht.

12 Uhr: Die Polizei macht die Rügener Straße dicht. Demonstranten, die vom Humboldthain kommen, erreichen die Bernauer Straße.

11.50 Uhr: Eine Gruppe von Demonstranten geht jetzt vom Humboldthain Richtung S-Bahnhof Gesundbrunnen entlang der Brunnenstraße. In den Humboldthain-Grünanlagen befinden sich noch Menschen. Die Polizei weist darauf hin, dass diese Demo verboten ist. Am Leipziger Platz sei diese erlaubt. Etliche Demonstranten laufen jetzt Richtung Mauerpark.

11.45 Uhr: Rund um den Potsdamer Platz wird es voller. Zahlreiche Demonstranten haben sich versammelt, unter ihnen ist auch Michael Ballweg, der Kopf der „Querdenken“-Bewegung.

11.20 Uhr: Eine Kundgebung der Partei „Die Basis“ hat am Leipziger Platz begonnen.

11.15 Uhr: Erste Polizeikräfte haben den Humboldthain erreicht. Über Telegram rufen die Demonstranten dazu auf, sich woanders zu treffen. Doch offenbar sind sich die Demo-Teilnehmer unschlüssig, wohin es jetzt gehen soll.

11 Uhr: Nach Informationen der Berliner Zeitung will sich die Partei „Die Basis“ auf dem Leipziger Platz treffen. Die Partei übt offen Kritik an den Corona-Maßnahmen.

10.30 Uhr: Mehrere Hundert Menschen haben sich im Volkspark Humboldthain versammelt, darunter offenbar auch Personen, die der „Querdenker“-Szene zugeordnet werden. Die Polizei ist auf den Weg dorthin. Ab 12 Uhr soll dort eine Kundgebung starten. Im Regierungsviertel, das aus Sicherheitsgründen abgesperrt ist, ist die Lage noch ruhig.

9 Uhr: Die Polizei rechnet heute in Berlin erneut mit nicht genehmigten Demos gegen die Corona-Maßnahmen und mit etlichen Teilnehmern aus der „Querdenker“-Szene. Etwa 2200 Beamte sind seit dem Sonntagmorgen in der ganzen Stadt im Einsatz, twittert die Polizei Berlin.

Samstag, 28. August

20.13 Uhr: Die Bilanz des Demo-Tages: Laut Polizeisprecherin Anja Dierschke gab es etwas über 100 Festnahmen. Sieben Einsatzkräfte wurden verletzt. Die Polizei spricht von „mehreren Tausend“ Demonstranten. In der Spitze waren es bei einer Spontandemo etwa 4000, zum Schluss am Leipziger Platz 2000 bis 2500 Demonstranten.

20 Uhr: An der Rathausstraße versammelten sich noch einmal etwa 500 Personen und am Schinkelplatz rund 200. Laut Polizei sind die Proteste jetzt aber abgeebbt.

18.45 Uhr: Potsdamer Platz: Der Platz ist jetzt weitgehend geräumt, Polizisten schieben die Demonstranten in die umliegenden Straßen, verfolgen sie teilweise im Stechschritt. Es werden Polizeiketten gebildet.

18.35 Uhr: Potsdamer Platz: Der nun einsetzende Platzregen scheint fast mehr Wirkung zu haben als die Bemühungen der Polizei, den Platz zu räumen. Viele Menschen flüchten unter Dächer oder in die umliegenden Straßen. Der harte Kern der Demonstranten hat aber Regenschirme dabei.

18.25 Uhr: Leipziger Platz: Polizisten bilden eine Menschenkette, die die Demonstranten weg vom Potsdamer Platz Richtung Leipziger Straße schiebt. Auf dem Potsdamer Platz selbst stehen aber noch mehrere Hundert „Querdenker“.

18.15 Uhr: Potsdamer Platz: Ein gepanzerter Polizeitrupp zieht unter dem Gejohle der Umstehenden durch die Menge, einige klopfen den Beamten auf die Schulter, tanzen und trommeln vor ihnen.

18.10 Uhr: Potsdamer Platz: Auf dem Potsdamer Platz tanzen Menschen Polonaise und singen: „Frieden, Freiheit, keine Diktatur.“ Die Polizei fordert per Lautsprecher bereits zum zweiten Mal auf, die Versammlung zu räumen, die beendet sei, sonst werde man „gegen Einzelne vorgehen“. Sowohl Demonstranten als auch Polizei filmen das Geschehen mit Kameras.

Berliner Zeitung/Dominik Bardow
Potsdamer Platz: Die Polizei fordert die Demonstranten nachdrücklich zum Verlassen des Ortes auf.

18 Uhr: Die Polizei setzt am Leipziger Platz Pfefferspray ein und nimmt weitere Leute fest. Es gibt „Nazis raus“-Rufe gegen die Beamten.

17.45 Uhr: Die Polizei hat die über 1000 Demonstranten am Potsdamer Platz lange gewähren lassen. Jetzt beginnt sie mit der Räumung des benachbarten Leipziger Platzes.

17.15 Uhr: Auch rund um das Regierungsviertel, das weiträumig abgesperrt ist, und vor der Charité befinden sich noch Hunderte Teilnehmer. Es kommt weiterhin zu „Drosten raus“-Rufen. Teilnehmer haben versucht, über die Lessingbrücke in das Regierungsviertel zu kommen. Die Polizei konnte das, zum Teil mit Gewalt verhindern.

17.12 Uhr: Der Verein „Jüdisches Forum“, der sich für Demokratie und gegen Antisemitismus einsetzt, berichtet, er sei von Teilnehmenden einer Kundgebung der Partei „Die Basis“ am Leipziger Platz massiv behindert worden, die Polizei habe mitgeteilt, sie sei nur zu neunt vor Ort und könne das Team nicht schützen.

16.58 Uhr: Im Bereich der Lessingbrücke versuchen zahlreiche Demonstranten die Brückensperrungen zum Regierungsviertel zu durchbrechen. „Unsere Einsatzkräfte haben diesen Versuch, bei dem erheblich Gegenwehr geleistet wurde, z.T. auch mit Zwangsmitteln abgewehrt“, twittert die Polizei.

16.55 Uhr:  1000 bis 2000 Demo-Teilnehmer haben den Potsdamer Platz erreicht.

16.30 Uhr: Viele Wege führen zum Potsdamer Platz: S-Bahn, U-Bahn oder zu Fuß. Manch ein Demonstrant hat sogar das Taxi genommen.

16.20 Uhr: Angeblich versuchen die Demonstranten nun mit S- und U-Bahn zum Potsdamer Platz vorzudringen, heißt es auf Social Media.

16.17 Uhr: Demo-Teilnehmer versuchen, vom Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg und vom Bezirk Mitte zum Potsdamer Platz zu gelangen.

16 Uhr: Mehrfach haben die Demonstranten versucht, Polizeiabsperrungen in Berlin-Mitte zu durchbrechen. Es kam zu Zusammenstößen, bei denen auch Polizisten verletzt wurden, wie Sprecherin Anja Dierschke sagt. Die Bilanz bisher: 80 Festnahmen von Demo-Teilnehmern und vier verletzte Polizei-Beamte.

dpa/Christophe Gateau
An manchen Orten drohte die Gewalt zu eskalieren: Polizisten halten an einem Polizeiwagen einen Teilnehmer der Demonstration fest. In ganz Berlin wird am Samstag gegen die Corona-Maßnahmen protestiert.

15.50 Uhr: Moabit: Die Demo hier hat sich aufgelöst. Die Teilnehmer wollen in großen und kleinen Gruppen zum Potsdamer Platz ziehen.

15.20 Uhr: Potsdamer Platz: Laut dem Telegram-Kanal von „Querdenken 711“, dem ursprünglichen Anmelder der Demonstration, wollten die Demonstrierenden nicht mehr zum Reichstag, sondern gegen 16 Uhr zum Potsdamer Platz ziehen. Da die Polizei aber den Zugang dorthin gesperrt habe, ziehe man sich wieder nach Moabit zurück.

15.14 Uhr: Moabit: Der Zug kommt auf der Stromstraßenbrücke zum Stehen. Es gibt Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei. Pfefferspray wird eingesetzt. Die Demonstranten waschen sich gegenseitig die Augen aus.

14.56 Uhr: Laut der Polizei wurden bisher über 50 Personen aus der Menge herausgeführt, identifiziert und mit einem Platzverweis weggeschickt. „Überwiegend zur Gefahrenabwehr – mehrfach werden auch Anzeigen geschrieben, u. a. nach Widerstand und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte“, schreibt die Polizei auf Twitter.

14.54 Uhr: Laut der Polizei sind einige Versammlungen schon beendet. „Mehrere Tausend Personen, die sich unangemeldet am Volkspark Friedrichshain zusammengefunden haben, laufen derzeit von uns begleitet durch die Innenstadt“, twittern die Beamten.

14.52 Uhr: Laut Polizeisprecherin Anja Dierschke würde ein Anhalten des Zuges zur Folge haben, dass es noch enger wird.

14.45 Uhr: „Drosten-Raus“-Sprechchöre vor der Charité sorgen bei Passanten, die danebenstehen für Empörung.

14.40 Uhr: Laut Polizeisprecherin Anja Dierschke sind im Stadtgebiet „mehrere Tausend“ Demonstranten unterwegs. Die Demo, die jetzt nach Moabit zieht, hat laut Dierschke rund 3000 Teilnehmer. Zuvor gab es an der Karl-Liebknecht-Straße Ecke Spandauer eine Demo mit knapp 1000 Teilnehmern. Bislang sind laut Dierschke 56 Menschen festgenommen worden. Laut Dierschke begleitet die Polizei die Spontanaufzüge. „Mit dem Entspanntsein ist es in dem Moment vorbei, wenn Demonstranten ins Regierungsviertel wollen“, sagt sie.

14.37 Uhr: Unter den Linden: Etwa acht Gegendemonstranten sind unterwegs mit Fahnen, auf denen „Antiverschwurbelte Aktion“ steht. Momentan stehen sie mit Musik an der Ecke Friedrichstraße, begleitet von ebenso vielen Polizisten auf Fahrrädern.

14.29 Uhr: Am Hauptbahnhof versuchen Demonstranten, in den Tiergartentunnel zu gelangen, die Polizei hat den Zugang jedoch mit einer Kette von Beamten versperrt. Also zieht die Menge weiter nach Westen.

14.23 Uhr: Der Demozug erreicht den Hauptbahnhof. Die Polizei steht entspannt am Rande.

Berliner Zeitung/Andreas Kopietz
Demonstranten ziehen durch die Invalidenstraße Richtung Hauptbahnhof.

14 Uhr: Mittlerweile haben sich auf dem Alexanderplatz über 100 Personen am Stand der Partei Die Basis versammelt, wo Ansprachen gehalten werden. Zwei Polizisten überwachen das Geschehen.

13.35 Uhr: Mehrere Tausend Demo-Teilnehmer ziehen jetzt durch Berlin-Mitte, vor allem in Nähe des Rosenthaler Platzes und des Hackeschen Marktes sind sie unterwegs.

13.30 Uhr: In anderen Teilen der Innenstadt ist gar nichts von „Querdenken“-Protesten zu merken. Unter den Linden sind hauptsächlich Touristen, Einkaufende und teils andere kleine Demonstrationen unterwegs, etwa für Klimaschutz. Nur zahlreiche Polizeiwagen, die von A nach B fahren, verstopfen den Verkehr. Auf dem Alexanderplatz sammeln sich ein paar Menschen um einen kleinen Stand der Partei Die Basis, die der „Querdenken“-Bewegung nahe stehen soll. 

13.28 Uhr: Die Polizei Berlin spricht von mehreren kleinen Aufzügen im gesamten Stadtgebiet mit insgesamt mehreren Tausend Menschen. Die Demos werden, auch wenn sie nicht angemeldet sind, von den Beamten begleitet. Die Polizei nimmt nach eigenen Angaben „zielgerichtet“ Personen fest. Aktuell spricht die Polizei von 36 Festnahmen bei den „Querdenker“-Protesten.

Berliner Zeitung/Andreas Kopietz
Hunderte Demonstranten im Bereich Veteranenstraße in Berlin-Mitte.

13 Uhr: Die Demonstranten sind jetzt im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Auch am U-Bahnhof Weinmeisterstraße haben sich Menschen versammelt, die jetzt zum Hackeschen Markt laufen. Der Demonstrationszug vom Prenzlauer Berg Richtung Alexanderplatz ist auf mehrere Tausend Menschen angewachsen.

12.55 Uhr: Mehrere Hundert Demonstranten laufen von der Prenzlauer Allee Richtung Alexanderplatz. Auf Corona-Masken oder Mindestabstände wird, so sieht es aus, verzichtet.

Berliner Zeitung/Andreas Kopietz
Vom Prenzlauer Berg laufen Hunderte Demonstranten die Prenzlauer Allee runter Richtung Alexanderplatz.

12.50 Uhr: Am Brandenburger Tor wird es hektisch: Vor der Absperrung wird ein älterer Mann von der Polizei abgeführt, warum ist zunächst unklar. Die Umstehenden filmen mit ihren Handys und rufen: „Keine Gewalt!“ Offenbar sammeln sich immer mehr Gegner der Corona-Maßnahmen am Brandenburger Tor, aber kommen nicht durch. Ein Mann ruft: „Merkel muss weg!“ 

Berliner Zeitung/Dominik Bardow
Ein Kritiker der Corona-Maßnahmen verteilt Zeitungen am Brandenburger Tor.

12.41 Uhr: Die Demonstranten sammeln sich aktuell an drei Orten in der Stadt: Am Brandenburger Tor, in Friedrichshain und in Prenzlauer Berg. Ein Hubschrauber der Polizei Berlin ist im Einsatz. Mehrere Hundert Menschen laufen von der Weberwiese Richtung Volkspark Friedrichshain. Auch an der Prenzlauer Allee und in der Kollwitzstraße sind laut Polizei Hunderte unterwegs.

12.40 Uhr: Mit der Ruhe vom Morgen ist es vorbei: Die Polizei bestätigt die ersten beiden Festnahmen, zwei männliche Personen, in Prenzlauer Berg.

12.25 Uhr: Nach Informationen der Berliner Zeitung scheinen sich die Demonstrierenden aus der „Querdenken“-Szene Richtung Mauerpark zu bewegen. Dort startet um 13 Uhr der „Zug der Liebe“, eine Techno-Parade in Tradition der Loveparade, die mit Corona-Protesten an sich nichts zu tun hat.

12.20 Uhr: „Querdenker“ sind in Kleingruppen überall in der Stadt unterwegs. Mit Shirts, auf denen „Gesund“ steht. Aber wenig Plakaten. Es gab entsprechende Aufrufe, auf Schilder zu verzichten.

Benjamin Pritzkuleit
In der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg kam es am Vormittag zu ersten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

12.14 Uhr: Die Berliner Zeitung erreichen Berichte, dass es an der Ecke Greifswalder Straße/Danziger Straße zu Zusammenstößen gekommen sei. Die Polizei sei demnach mit Gewalt gegen einige Hundert Demonstrierende vorgegangen, die mit „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“-Rufen durch den Kiez gezogen seien. Mittlerweile verstreuten sich die Gruppen im Bereich Prenzlauer Berg. Er gibt erste Festnahmen.

11.40 Uhr: Drei Demo-Teilnehmer stehen schon mal am Platz des 18. März, aber nicht, um gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße zu gehen. Sie sind von der Biker-Union und protestieren gegen Einschränkungen beim Motorradfahren. Ab 13 Uhr soll hier eine Sternfahrt ankommen, auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) soll vorbeischauen – ebenfalls auf einem Motorrad. 

11:37 Uhr: Eine Wahlkampfveranstaltung der Partei Die Basis darf stattfinden. Das Verwaltungsgericht hat ein Verbot gekippt. Um 13 Uhr will Die Basis auf dem Alex demonstrieren.

11.30 Uhr: Die Weltzeituhr ist jetzt ein Treffpunkt vieler Ortsfremder geworden, die zum Demonstrieren nach Berlin gekommen sind. Deshalb hat sich in der Nähe ein Zug der 35. Einsatzhundertschaft positioniert.

11.24 Uhr: Auf dem Alexanderplatz spricht die Polizei mehrere Touristen an. Zwei Polizisten diskutieren unter der Weltzeituhr mit einem Rentner-Ehepaar über die Gefahren von Corona. Die Beamten weisen die beiden auf die Demonstrationsverbote hin.

11.20 Uhr: In der Innenstadt ist es noch sehr ruhig: Am Brandenburger Tor ist die Durchfahrt zwischen den Säulen mit Gittern abgesperrt für Fußgänger und Fahrradfahrer. Über die sozialen Netzwerke riefen Demo-Teilnehmer dazu auf, sich an der Straßenecke Unter den Linden/Friedrichstraße zu treffen. Doch bislang ist da noch wenig zu sehen. Polizeiwagen parken am Straßenrand.  

Dominik Bardow
Das Brandenburger Tor wurde mit Gittern abgesperrt. Noch ist die Lage sehr ruhig.

10.40 Uhr: Die ersten Demo-Teilnehmer versammeln sich im Stadtgebiet, die Polizei bereitet sich vor. „Wir sehen etliche Personen, die wir der ‚Querdenker‘-Szene zuordnen, auch im Bereich Brandenburger Tor. Einige haben Stadtpläne dabei“, so eine Polizei-Sprecherin am Morgen. Wo genau sich die Demo-Teilnehmer in Berlin heute versammeln, ist noch unklar.

9.30 Uhr: Die Beamten rechnen auch mit Aktionen abseits der Demo-Routen und werden deswegen im gesamten Berliner Stadtgebiet unterwegs sein. Finden sich im Stadtgebiet Personen entgegen der Versammlungsverbote zusammen, wird die Polizei laut eigener Mitteilung frühzeitig intervenieren. Aber: „Kommunikation ist und bleibt erstes Einsatzmittel, auch wenn es gilt, Infektionsrisiken schnellstmöglich zu unterbinden“, teilt die Einsatzleitung mit.

9 Uhr: Die Polizei achtet an diesem Wochenende besonders auf den Schutz von Journalistinnen und Journalisten. Darüber hinaus werden aufgrund eines Aufrufs der Demonstranten, Medienhäuser zu „besuchen“, gezielte Schutzmaßnahmen an bestimmten Objekten mit Bezug zu Medien getroffen. Wie genau dieser Schutz aussieht, verraten die Beamten nicht.  

Freitag, 27. August

21.51 Uhr: Die Verbote der am Wochenende in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen geplanten Versammlungen sind bis auf das Verbot einer Veranstaltung nicht zu beanstanden. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in vier Eilverfahren entschieden.

Die 1. Kammer hat einem der Eilanträge stattgeben und drei zurückgewiesen.

Die Versammlungsteilnehmer würden die zur Vermeidung von Infektionen auch im Freien einzuhaltenden Mindestabstände voraussichtlich nicht beachten, hieß es vom Gericht bezüglich der abgelehnten Eilanträge. Ausschlaggebend für diese Annahme seien die negativen Erfahrungen mit der Durchführung zahlreicher Versammlungen der Vergangenheit, die jeweils einen vergleichbaren Teilnehmerkreis aus der „Querdenker“-Szene angesprochen hätten.

In einem Fall allerdings, einer für den 28. und 29. August 2021 angemeldeten Versammlung mit je 500 erwartenden Teilnehmern, sei eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht erkennbar, weshalb dieses Verbot zu suspendieren sei, so das Gericht. Die pauschale Begründung des Antragsgegners, Corona-Kritiker würden Hygieneschutzmaßnahmen generell nicht beachten, stelle keinen ausreichend konkreten Bezug zu dieser Versammlung her. 

Gegen die Beschlüsse kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

21 Uhr: Die Berliner Polizei bereitet sich trotz des Verbots zahlreicher Demonstrationen gegen die Corona-Politik auf einen großen Einsatz an diesem Wochenende vor. Unterstützung aus anderen Bundesländern wurde angefordert. Insgesamt sollen an den beiden Tagen mehr als 4200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein, teilte die Behörde mit. Unter anderem wird das Reichstagsgebäude besonders geschützt. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich doch eine Vielzahl von Menschen in die Stadt begeben und dem Verbot nicht folgen“, sagte ein Polizeisprecher. „Die Polizei wird die Versammlungsverbote durchsetzen, entsprechend präsent sein und insbesondere das Regierungsviertel schützen.“

Die Polizei ist auch deshalb besonders aufmerksam, weil vor einem Jahr, am 29. August 2020, Zehntausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Einschränkungen protestiert hatten. Am Abend hatten Demonstranten am Reichstagsgebäude eine Absperrung durchbrochen und kurz eine Treppe vor einem Eingang besetzt. Die Bilder davon sorgten für Empörung bei Spitzenpolitikern. Seitdem geht der Zulauf zu diesen Demonstrationen allerdings stark zurück.

(mit dpa)