Berlin - Die Berliner Polizei bereitet sich trotz des Verbots zahlreicher Demonstrationen gegen die Corona-Politik auf einen großen Einsatz an diesem Wochenende vor. Unterstützung aus anderen Bundesländern wurde angefordert. Insgesamt sollen an den beiden Tagen mehr als 4200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz sein, teilte die Behörde mit. Unter anderem wird das Reichstagsgebäude besonders geschützt.

Die Polizei hat 13 Demonstrationen verboten, darunter auch Kundgebungen der „Initiative Querdenken“ auf der Straße des 17. Juni. Gegen die Verbote waren am Freitagnachmittag vier Eilanträge bei Gericht eingereicht worden.

„Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich doch eine Vielzahl von Menschen in die Stadt begeben und dem Verbot nicht folgen“, sagte ein Polizeisprecher. „Die Polizei wird die Versammlungsverbote durchsetzen, entsprechend präsent sein und insbesondere das Regierungsviertel schützen.“ Die Teilnehmer dieser Kundgebungen und Demonstrationen akzeptierten „regelmäßig gesetzliche Regelungen (...) zum Schutz vor Infektionen“ nicht, hatte die Polizei am Donnerstag das Vorgehen begründet.

Die Polizei ist auch deshalb besonders aufmerksam, weil vor einem Jahr, am 29. August 2020, Zehntausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Einschränkungen protestiert hatten und am Abend Demonstranten am Reichstagsgebäude eine Absperrung durchbrachen und kurz eine Treppe vor einem Eingang besetzten. Die Bilder davon sorgten für heftige Empörung bei den meisten Spitzenpolitikern. Seitdem geht der Zulauf zu diesen Demonstrationen allerdings stark zurück.

Polizei rechnet trotz Verboten mit Corona-Demonstrationen in Berlin 

Aktuell wurde im Internet und den Messengerkanälen trotz der Verbote weiter zum Demonstrieren und Protestieren an diesem Wochenende aufgerufen. In Telegram-Kanälen mit tausenden Abonnenten verbreiteten Unterstützer Informationen zur Anreise und zum Verhalten bei Polizeikontrollen.

Außerdem gab es Tipps, wie man sich in Berlin am besten bewegt, über welche Apps sich die Demonstranten zusammenfinden und dass Corona-Masken kurzzeitig auch zur Tarnung getragen werden könnten. Zuletzt waren am 1. August trotz Verboten einige tausend Demonstranten durch die Hauptstadt gezogen und hatten sich über Stunden Rangeleien mit der Polizei geliefert.