Berlin - Erstmals seit Einführung des Ampelsystems zur Bewertung der Corona-Lage in Berlin ist der Warnwert für Intensivbetten überschritten worden. Mehr als ein Viertel (25,3 Prozent) dieser Betten ist jetzt mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem am Sonntag veröffentlichten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung für Sonnabend hervorgeht. Damit stehen nun zwei von drei Corona-Ampeln auf Rot.

Ebenfalls Rot zeigt die Ampel für die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche liegt derzeit für Berlin bei 200,9. Der kritische Schwellenwert ist 50.

In Berlin wurden zuletzt binnen eines Tages 824 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert, so der aktuelle Lagebericht. Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie ist damit auf 63.888 angestiegen, wobei 41.421 Menschen mittlerweile als genesen gelten – 659 mehr als am Freitag.

Gestorben sind in Berlin bislang 550 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Das heißt, es kamen aktuell elf neue Todesfälle hinzu.

Grün zeigt die Corona-Ampel für den sogenannten Vier-Tage-R-Wert. Er wird derzeit mit 0,82 angegeben.

Kalayci: Am besten überall Maske tragen

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci warnte vor einer Überlastung der Krankenhäuser in der Corona-Krise. „Die anhaltend hohen Infektionszahlen führen zu einer zunehmenden Auslastung der Intensivbetten für immer mehr schwerstkranke Covid-19-Patient*innen“, twitterte die SPD-Politikerin am Sonntag über den Account ihrer Behörde. 

„Wir haben in Berlin vorsorglich frühzeitig die Kapazitäten gesteuert, sodass Schlimmeres bis jetzt verhindern werden kann“, sagte Kalayci. In der Krankenhauslandschaft spitze sich die Lage auch zu, weil Personal coronabedingt ausfalle. Die Gesundheitssenatorin appellierte, den Mitarbeitenden in den Krankenhäusern Überlastung zu ersparen. „Deshalb ist es Gebot der Stunde, auf jeden Kontakt zu verzichten, der nicht zwingend erforderlich ist.“ Kalayci forderte die Menschen auf, „am besten überall“ eine Maske zu tragen und Abstand zu halten.